Tagebuch eines Abteilungsleiters

Hier verarbeite ich meine Erfahrungen aus der Arbeitswelt (Abteilung Ellenbogengesellschaft) vom ersten Tag an. All die schönen Ereignisse, Intrigen und Problemchen die so anfallen wenn man frisch und unverhofft einen Haufen Untergebene bekommt die selbst gerne Chef wären.

Freitag, Februar 17, 2006

Der glodene Laptop

Ächz, wieder ein 12-Stunden-Tag, diesmal dank Frau Glod. Und dank Root. Und Dank Schefe. Und dank Üzgül.
Abgesehen davon, dass wir Probleme mit den neuen Citrix-Servern hatten - Anmeldung zu Servern konnte nicht hergestellt werden (aber wenn man oft genug probiert dann gehts) - kam Frau Glod auf die Idee ihre Arbeit mit nach Hause zu nehmen.

Dazu braucht man natürlich ein Laptop. Ein eigenes natürlich. Und zwar sofort.
Unterstützung kam von Frau Authority, die mir gegenüber bekräftigte dass Laptop-Glod höchste Priorität habe. (Der Investitionsantrag wurde natürlich mit Lichtgeschwindigkeit genehmigt.)
Also flugs eins bei Firma Sys64738 bestellt die auch am nächsten Tag lieferte - obwohl die laut Geschäftsführer sich ernsthaft Gedanken macht, ob die sich unsere miese Zahlungsmoral noch antun will. Zwar gehts diesmal per Leasing (die Ausstattung für die letzten beiden Filialen, aber sogar das recht - hmm - verzögert). Ich gab dem Mann recht und erwähnte, das ich andere Firmen schon angeschrieben habe weil ich schon fast damit rechnete dass er früher oder später abspringt. Er bekräftigte anschließend, dass er durchaus sehr gerne mit uns weiter zusammenarbeiten würde. :)

Aber egal, ich schweife ab. Notebook ist da, Üzgül nicht (Überstunden abbauen nach Deutschlandreise), Root auch nicht (verreist übers Wochenende), lediglich ich und Padawan und amoklaufende Server und Herr Schefe der sich mit mir ein zweieinhalbstündiges Meeting mit einer anderen Firma reinzieht.

Da auf dem Notebook mehr installiert werden muss als bloß Office (wo wir auch keine Lizenz mehr hatten und die eben organisieren mussten) blieb Padawan nichts übrig als die Datev-Installation alleine zu Probieren und den Datenbestand den Frau Glod benötigte zu importieren.

Als ich spät Abends aus dem Meeting kam war Padawan fast fertig (nach immensen Problemen) aber konnte den Datenbestand nicht migrieren. Und dafür dass er nicht bezahlt wird kann ich ihm seine freiwilligen Überstunden gar nicht hoch genug anrechnen (ich glaube ich lade ihn eine Woche lang zum Essen ein).
Ich schicke ihn also mit Dank ins Wochenende, mach die Datenbank fertig, sag Frau Glod Bescheid dass sie den Laptop abholen kann und krieche gegen 9 Uhr Abends nach Hause, nachdem ich die Emails von nach Support-schreienden Mitarbeitern beantwortet habe die sich aufregten, dass ich nicht innerhalb von Minuten zurückrufen konnte.

Ich glaube, wir brauchen mehr Leute in unserer Abteilung.

Achja, hab noch ein anderes dringendes "Projekt" (PowerPoint) das bis Dienstag fertig sein muss. Für Schefe. Sehr wichtig. Wurde mir gestern gegeben und konnte bisland keinen Fingerzeig für tun.

Wochenende ade ....

7 Comments:

At 6:57 vorm., Anonymous Labskaus said...

Hallo Frischling,
wieder mal ein sehr interessanter Ausflug in die "Leidens"-Geschichte.
Ich finde es sehr inetressant, wie die Prioritäten gelegt werden in dem Unternehmen. Wenn ich das lese, gehe ich mal davon aus, dass Ihre keine interne Verrechnung macht. Mit so etwas kann man sehr gut Abteilungen davon abhalten Ihren welchen Blödsinn auf den letzten Drücker zu machen. So kann man über Nacht vom Cost zum Profitcenter werden

 
At 10:26 vorm., Blogger Der Frischling said...

was heißt interne Verrechnung ?
Wie führe ich das ein ? :)

 
At 12:17 nachm., Anonymous Labskaus said...

Frag mal Frau Glod (Das ist doch die Frau für die Finanzen?)
Wenn die leuchtene Augen bekommt ... hrhrhr
Mehr Arbeit, aber auch mehr Spass ;)
Und viele tränende Augen

 
At 11:06 vorm., Anonymous Jemis said...

Interne Verrechnung heisst einfach das ihr eure Arbeit verrechnet auf die Abteilungen die es betrifft.
Das wird dann dem Budget der Abteilung abgezogen und bei euch eingebucht. Geld fliesst natürlich nicht. Aber es hält Abteilungen ab einfach wegen jedem Mist zu kommen, da ja jede Stunde die ihr damit verbringt das Budget schmälert.

 
At 3:26 nachm., Anonymous Labskaus said...

Und das beste ... man kann wirklich alles Verrechnen ...
Support, Telefonate, Besprechungen,
Speicherplatz auf dem Server, Datensicherungen ... hach.
Ein riesen Verwaltungsakt, aber dafür rufen ja auch nicht mehr so viele an ;)

 
At 7:34 nachm., Blogger Der Frischling said...

klingt ja geil.

aber erst muss ich mal ordnung in meine eigene abteilung bringen bevor ich das von anderen verlangen kann...

 
At 10:35 vorm., Anonymous Jemis said...

Mann sollte aber auch nicht die Nachteile verschweigen.

Denn solche Szenarien sind das Lieblingskind der Controllers. Denn ab dem Moment wo ihr anfangt als Abteilung Abrechnungen zu erstellen sieht er ja auch was die Abteilung so alles kostet.

Und es gab genug Firmen die meinten das man dann bei Projekten die eigene Interne Abteilung antreten lassen könnte gegen externe, also musste die interne EDV Angebote abgeben und diese wurden dann verglichen gegen externe Angebote. Öfters kam es vor das die Externen dann billiger waren. Was dann passierte war ein Selbstläufer, entweder der EDV-Leiter drückte das Angebot bis nichts mehr geht oder die externen übernamen das Projekt.
Was dann bald dazu führte das viele Projekte extern vergeben wurden, wärenddessen wurde intern abgebaut teilweise sogar die gesammte Abteilung (Outsourcing).
Das die Firma nun für jeden Scheiss bezahlen musste und auch wesentlich unflexibler wurde, wurde in Kauf genommen.

Ich jedenfalls als Abteilunsleiter möchte nicht das ich mal zum "Profitcenter" werde.

 

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