Tagebuch eines Abteilungsleiters

Hier verarbeite ich meine Erfahrungen aus der Arbeitswelt (Abteilung Ellenbogengesellschaft) vom ersten Tag an. All die schönen Ereignisse, Intrigen und Problemchen die so anfallen wenn man frisch und unverhofft einen Haufen Untergebene bekommt die selbst gerne Chef wären.

Montag, Januar 16, 2006

Was du heute musst besorgen ..

zerreden wir dann morgen.

So ziemlich eins der unangenehmsten Szenarien ist eingetroffen: Lieferant sagt ok, meine Firma sagt nö. Oder zumindest vorläufig nö. Morgen Besprechung. Eilt ja nicht, andere Leute ham ja keinen Terminkalender (stimmt natürlich nicht; nachdem ich eilends den Termin inklusive einer Order annuliert habe - Mann, war das wieder peinlich - wurde Herr Koryphus schon verplant).
Und ich rede mir den Mund fusselig und dann wollen wir auf einmal nicht. Aargh !

Dafür tut sich wenigstens was in Richtung Budget. Im Meeting darauf angesprochen, dass Anträge auf einzelne Glühbirnen keine organisatorische Erleichterung darstellen, entgegnete Frau Glod, dass doch so etwas wie ein Lager geplant sei. Toll, gehen dann die Investitionsanträge an das Lager und dann gesammelt an Frau Glod ? Mit Meldebestand und automatischer Wiederbestückung ? Gleicher Quatsch wie vorher, bloß komplizierter.
Wie dem auch sei, es wurde beschlossen bis Mitte diesen Jahres herauszufinden welche wiederkehrenden Kosten man nicht vereinfacht genehmigen könne. Ich glaube es ist vermessen, dass einen Erfolg zu nennen, aber der Rest lief so Scheisse, da klammer ich mich mal dran.

Der Installations- und Schulungstermin mit dem ich eigentlich fest gerechnet habe (falls wir die Firma Sys64738 dazu überredet bekommen mit uns zu arbeiten) ist bis morgen in der Schwebe.
Da wollen Schlips und Meute von uns zu hören bekommen, ob und warum wir überhaupt externe Hilfe benötigen. Wohlgemerkt, der Vorschlag externe Hilfe heranzuziehen kam sogar von Schlips und jetzt, wo ich betont habe wie hilfreich und wichtig diese Hilfe für uns wäre, wird auf einmal zurückgerudert.
Oh, und für Mitarbeiter anderer Abteilungen (ok, Kerngeschäft) werden eifrig Fortbildungsmaßnahmen diskutiert und initiiert. IT muss anscheinend nicht fortbilden.

Zugegeben, ich habe die Position der IT-Abteilung rhetorisch unzulänglich präsentiert und ungeschmückt die Situation und unsere Meinung von mir gegeben.
Ich werde wohl ein bischen mehr Zeit in PowerPoint investieren müssen. Bah, ich hasse PowerPoint Präsentationen zu erstellen - institutionalisierte Zeitverschwendung meine Meinung nach, aber anscheinend unumgänglich.

Nun gut, sehen was morgen kommt. Ich hatte heute ein persönliches Gespräch (in Persona) mit dem Geschäftsführer von Sys64738 um zu entschuldigen, versprechen, verteidigen und bitten. Herr Sysop hat mittlerweile den Eindruck gewonnen, dass wir etwas sprunghaft seien ... selten höflich, der Mann.

Persönlich rechne ich damit, dass wir den Serverumstieg selbst machen dürfen. Halleluja.

8 Comments:

At 11:48 nachm., Anonymous mike said...

du bist echt nicht zu beneiden. studierst informatik und schlägst dich dann mit bwl rum und mit bitten und betteln um geld, das dir zugesagt wird und dann aber im letzten moment doch nich bewilligt wird und auf einmal die produkte doch nicht gekauft werden. wie es glod und co gerade beliebt. ich studier bwl, will gar nich wissen wie das dann bei mir erstmal sein wird.

 
At 12:00 vorm., Anonymous Zuzi said...

wenn ich das so lese bekomm ich gut lust mein Informatikstudium hinzuschmeißen und auf doch auf Plan B
umzusteigen; nur leider kenn ich keine reichen Männer

 
At 2:00 vorm., Anonymous Labskaus said...

@ zuzi
Schau dich im Hörsaal um. Da muss doch einer dabei sein, der wirklich gut ist oder sich für SAP interessiert. DEN solltest du im Auge halten ;)

 
At 4:53 vorm., Blogger alex said...

ich muss wirklich sagen, wenn ich das alles so lese kommt mir die Galle hoch..

in meiner vorherigen Firma musste ich auch jeden kleinkram vom Chef genehmigen lassen..ewige Diskussionen selbst um Kleinstartikel wie ne neue Maus .. (aber der Chef genehmigt sich nen 1000 Eur/Monat Budget für Literatur und so späße) .. naja reden wir nicht drüber, ich kann nachvollziehen wie sehr sowas schmerzt..

Bin ich froh, dass mein aktueller Arbeitgeber weiß, dass man für Leistung auch (pünktlich!) bezahlen muss..

 
At 4:00 nachm., Anonymous Funke said...

Man bin ich froh bei einem Consultant zu arbeiten. Wenn hier was gebraucht wird, geht man zum Chef erklärt das kurz und haut die Bestellung raus!

Ich würde mich gar nicht mehr darum kümmern und zusehen wie die nächste Fillialeröffnung platzt weil keine IT da ist.

 
At 7:12 nachm., Anonymous Stromberg said...

schliesse mich da an- ohne einen Schuss vor den Bug wird in dem Betrieb wohl niemand wach... Schuld ist später so oder so die IT ;-)

Lass die doch einfach machen, gebe denen einen PLan was zu tun ist und wann und wie und dann sollen die entscheiden. Diese Entscheidung wird wenn überhaupt 3 tage vor der Eröffnung kommen und dann muss man diese halt verschieben!

Dafür weisst du dann, das jemand anders Schuld ist, und du hast es schriftlich!

 
At 8:58 nachm., Blogger Der Frischling said...

Wisst ihr, genau das mach ich auch demnächst.
Jetzt aber erst noch aus eigener Kraft was schaffen und das beste hoffen.
Für nächstesmal gerüstet sein.

und @zuzi: Such dir einfach einen Job als INFORMATIKER und nicht als Manager, dann solle alles etwas entspannter laufen. :)

 
At 3:26 nachm., Blogger Buchtrinker said...

he,

ich verkaufe IT Projekte und habe so mal einen Einblick wies bei den Kunden aussieht, finde deine Geschichten klasse!

Übrigens zum Thema Powerpoint:
http://www.garrreynolds.com/Presentation/index.html
oder den Blog von guy kawasaki

Fand ich als Anregung (mal anders) ganz nett.

 

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