Tagebuch eines Abteilungsleiters

Hier verarbeite ich meine Erfahrungen aus der Arbeitswelt (Abteilung Ellenbogengesellschaft) vom ersten Tag an. All die schönen Ereignisse, Intrigen und Problemchen die so anfallen wenn man frisch und unverhofft einen Haufen Untergebene bekommt die selbst gerne Chef wären.

Dienstag, Januar 17, 2006

Vereint alleine

Wie erwartet wurde der Termin mit Koryphus gecanceled, so dass wir selbst gucken dürfen wie wir das hinkriegen. Halb so wild - wir kriegen das irgendwie hin - aber der Plan, etwas Schulung abzustauben, ging wohl in die Hose.

Und damit steht jetzt - endlich - fest, in welche Richtung die IT-Abteilung fährt. Das wohl schlüssigste Zitat war: "Wir haben uns zwei Akademiker geleistet um nicht mehr auf externe angewiesen zu sein."
Nun gut, verständlich. Aber wie immer bei unserer Firma haben die auch da in der Schnäppchenkiste gesucht und zwei für deren Systemlandschaft nicht ausgebildete Leute angeheuert. Aber wenn man im Studium eins lernt, dann ist das Lernen.
Die dürfen bloß nicht erwarten, dass alles perfekt laufen wird. Aber immerhin besser als vorher.

Das Meeting heute lief auch etwas besser als befürchtet; ich kam ziemlich genervt rein und hab mich mit Root kreuzverhöhren lassen. Dort haben wir nochmal klipp und klar unsere Position dargestellt - und da ist mir was interessantes aufgefallen: Schlips und Humanresources wurden etwas vorsichtiger und zurückhaltender mit ihren Kritiken nachdem wir uns recht koordiniert in unseren Erläuterungen ergänzten.

Meine Vermutung (dank einer Warnung von Siegfried) von Anfang an war die, das Schlips Root und mich wahrscheinlich gegeneinander ausspielen wollen würde, warum auch immer. Tatsächlich aber läuft in unserer Abteilung intern alles völlig konfliktfrei und kollegial ab - Üzgül inklusive. Und Root vermutet - genau wie ich - das die so langsam das Szenarion befürchten, dass die IT-Abteilung wieder rotiert und die sich nochmals nach neuem Personal umsehen dürfen. Bloß, dass diesmal auch - wenn man seinen Worten Glauben schenkt - Üzgül dem Laden auch Lebewohl sagt. Und Herr Ülgüz, Üzgüls Kollegen aus der Bauabteilung. Und Herr Dübel, ebenfalls aus der Bauabteilung. Das sind zumindest die, die am meisten fluchen und das nicht zu knapp.
Aber von den frohen Verhältnissen wissen die Leute oben (zu denen ich strenggenommen eigentlich auch gehöre) wahrscheinlich garnix.

Aber bei aller Dramatik: So schlimm ists noch nicht dass ich ernsthaft ans Kündigen denke. Aber für die Zukunft sehe ich keine großartige Perspektive. Der Laden wird mich nie gut entlöhnen und ich werde den Job bestenfalls als Ausgangsposition für später nehmen.
Immerhin steht dann im Lebenslauf: Abteilungsleiter

Boah, ey.

2 Comments:

At 2:05 nachm., Anonymous tomparis said...

Ja, ich kenne das. Man engagiert sich jeden Tag acht oder mehr Stunden und irgendwie kommt nichts brauchbares am Ende heraus.

Ich denke Deine Sichtweise, den aktuellen Job als Jump Station zu nutzen, ist nicht verkehrt. Man muss IMHO auch am eigenem Leib die Erfahrung machen, was passieren kann bzw. wie man es nicht machen sollte.

Also: Kopf hoch - gibt schlimmeres ;-)

 
At 6:25 nachm., Anonymous Anonym said...

"Aber wenn man im Studium eins lernt, dann ist das Lernen."
da stimm ich dir voll und ganz zu

 

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