Tagebuch eines Abteilungsleiters

Hier verarbeite ich meine Erfahrungen aus der Arbeitswelt (Abteilung Ellenbogengesellschaft) vom ersten Tag an. All die schönen Ereignisse, Intrigen und Problemchen die so anfallen wenn man frisch und unverhofft einen Haufen Untergebene bekommt die selbst gerne Chef wären.

Samstag, Januar 07, 2006

Und sie zahlt nicht.

Zeitpunkt der Server-Installation wurde nach hinten verschoben, weil das neue Datev-Release in ein paar Tagen kommt und ich keinen Bock habe eine Installation UND ein Update zu machen.
Außerdem fehlen uns streng genommen ein paar Lizenzen, die ich zwar kurzfristig bekommen kann, aber das auch nur wenn unsere Frau Glod sich endlich dazu bequemen würde ein paar offene Rechnungen zu bezahlen.
Direkte Aufforderung hat nix gebracht, Erwähnung im Meeting auch nicht, Betonung gegenüber Schlips, dass wir uns den Consulter ansonsten in die Haare schmieren können ebenso wenig.
Jetzt nochmal an meine direkte Vorgesetzte Frau Humanresources geschrieben und nächsten Montag Statusmeldung zu den Servern abgeben: Server toll getestet, warten darauf das Externe nicht mehr auf Geld warten müssen, lege Firmen-Portfolio an für den Fall das wir reihenweise unsere Lieferanten vergraulen.
Und achja so nebenbei 50 Office Versionen müssen wir nachlizenzieren sonst besteht die Gefahr das Microsoft uns verklagt kann ich kurz 10000€ haben hach schon so spät ich muss weg.

Bei letztenmal haben alle nur breit gegrinst als ich von meinem Lieferanten erzählt habe der Geld will. Ist wohl normal bei unternehmen die mit Zinsen auf Tagesbasis kalkulieren.

9 Comments:

At 8:52 nachm., Anonymous Labskaus said...

Endlich macht sich meine Zeit in der Finanzbuchhaltung bezahlt und ich kann mit Wissen prahlen:
Das Konsequente Ausnutzen der Skontozeiten ist wie ein Tagegeldkonto mit mehrstelligen Prozentsatz.
Quasi eine buchhalterische Gelddruckmaschine oder auch legaler Beschiss ...
In der letzten Firma wurde meist der Zeitraum für das Skonto um eine Woche überschritten und dann trotzdem Skonto gezogen. Gerade kleinere Firmen mussten darunter leiden

 
At 9:47 nachm., Anonymous Anonym said...

Sag mal hat dein Vorgänger gar nix gemacht? Bei euch gehts ja drunter und drüber :/

 
At 12:47 nachm., Blogger Der Frischling said...

Also mein Vorvorgänger Herr Schuldig hat schon was getan, immerhin hat er die Firma IT-mäßig hochgezogen.
Aber aufgrund von Zeitdruck und mangelnder Erfahrungen mit den feineren Aspekten von Hardware, Recht und Organisation sind ihm halt ein paar Fehler unterlaufen die mein Vorgänger Herr Siegfried nicht alle hat beseitigen können.

Und die Art in der die Entscheidungsfreiheit der IT-Abteilung beschnitten wurde trug wohl ihres dazu bei ihn recht zügig sich nach neuen Herausforderungen suchen zu lassen.
Herr Schuldig wurde übrigens gefeuert aufgrund mangelhafter Dokumentation (technischer und finanzieller) und - angeblich - Korruption.
Andererseits: Es lief bis jetzt, kann also nicht allzuschlimm gewesen sein.

Das hindert mich aber nicht daran alle Fehler der Vergangenheit auf den zu schieben der sie begangen hat. :D

 
At 12:49 nachm., Blogger Der Frischling said...

Achja, wie läuft das mit den Skontozeiten ? Warum bringt das Geld ?

Hab ich ehrlich gesagt nicht verstanden. :)

 
At 4:22 nachm., Anonymous Labskaus said...

Ich hoffe ich mache das jetzt richtig. Die Rechnung geht auf 100€ bei 3% Skonto in 14 Tagen. Macht also eine Einsparung von 3€.

Die Frage ist jetzt, zu welchen Zinssatz müsste ich jetzt 100€ anlegen, um im gleichen Zeitraum diese 3€ Zinsgewinn zu machen.

Ich vereinfache jetzt mal die Rechnung und sage ->
3€ in 2 Wochen entspricht 72€ in 52 Wochen

Mit anderen Worten 72% Zinsen!

Also nutze ich den Skontozeitraum bis zum Schluss aus und habe den gleichen Gewinn, als wenn ich die 100€ für 14 Tage zu 72% anlege.

Das ist jetzt ganz grob und nicht vollkommen richtig dargestellt. Das Bankjahr aht 360Tage und keine 52 Wochen etc. Aber um den Mechanismus kennenzulernen langt es wohl.

 
At 5:36 nachm., Anonymous Anonym said...

geld nicht bezahlen (skonto frist überziehen)sondern anlegen/zinsen kassieren

+zinsen


skonto dennoch abziehen

+rabatt

sprich man verdient doppelt ;p

 
At 8:19 nachm., Anonymous tomparis said...

Tja, es geht doch nichts über eine Cashflow-Planung, die auf den Cent genau stimmt. Sorry Junge, da kann man nicht mal eben eine Rolle Klopapier zwischendurch bezahlen, wenn sie nicht im Investitionsplan steht ;-)

Habe übrigens zum Thema Budget gerade einen recht interessanten Artikel in Jack Welchs neuen Buch "Winning" gelesen. Ist durchaus empfehlenswert!

 
At 10:38 nachm., Anonymous Anonym said...

@Labskaus: Nicht zwingend. Denn wenn die kleinen Firmen wissen, dass es ohnehin so kommt... Aber lassen wir das, sonst müssen wir kleinen Firmen nochmal 2 % abverhandeln lassen. Aber wenn die kleinen Firmen wissen, dass es ohnehin so kommt...

In meiner Zeit in der Finanzbuchhaltung - gut, war deutlich im letzten Jahrtausend - hat man noch nicht um jedes Promill gefeilscht. Man wusste noch, dass sich das nur auf den ersten Blick auszahlt.

 
At 9:22 vorm., Anonymous Labskaus said...

Aus der Warenwirtschaft wissen wir aber
"Im Einkauf liegt der Gewinn"

Hey ein Thema und ich habe schon so viel ursprünglich "sinnloses" Wissen einsetzen können. Hinterher rentiert sich mein Studium der Wirtschaftsinformatik noch

 

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