Tagebuch eines Abteilungsleiters

Hier verarbeite ich meine Erfahrungen aus der Arbeitswelt (Abteilung Ellenbogengesellschaft) vom ersten Tag an. All die schönen Ereignisse, Intrigen und Problemchen die so anfallen wenn man frisch und unverhofft einen Haufen Untergebene bekommt die selbst gerne Chef wären.

Dienstag, Januar 31, 2006

Konsolodieren Sie sich!

Diesmal hatte die ganze IT-Abteilung (inklusive Padawan) ein Meeting mit Schefe, unserem Herrn und Meister. Anlass war unsere Strukturlosigkeit, die aber symptomatisch für die ganze Firma ist.
Zumindest bei uns soll es anders werden also haben wir nach der Einleitung unseres Chefs erstmal gesammelt, welche Aufgaben überhaupt existieren. Waren doch erstaunlich viel, so viel dass wir die Liste morgen weitermachen müssen, wo dann auch die Zuständigkeitsbereiche eingetragen werden, bzw. die Hauptansprechspartner zu diesem und jenem Thema sowie deren Vertreter.
In der Theorie soll letztendlich nicht jeder von uns mit jedem Kram belästigt werden.

In der Praxis ist eine Liste mit 30 Aufgabengebieten kaum für den Bittsteller zu durchschauen, was also heißt, dass wir die Liste massiv zusammenstreichen werden oder alles so bleibt wie gehabt.

Und zur Abwechslung hat diesmal Root eine Sünde begangen: Er bestellte Lizenzen zu einem Produkt das wir benötigen ohne das ok dafür zu bekommen.
Nun gut, ich trau mich ja nix mehr ohne Antrag zu bestellen und habe deswegen nachgefragt ob ich darf und soll (relativ dringend). Erfahre dann später das Root schon bestellt hat weil er dachte, das sei geklärt. Wars aber nicht, Antwort steht noch aus.
Ich rechne natürlich damit, das das ok geht, aber falls nicht dann darf ich wieder Anschiss abholen und weiterreichen.

Hach ja, ist Arbeit in verantwortlicher Position aufregend.

Montag, Januar 30, 2006

Inkompatible Projekte ?

Heute im wöchentlichen Meeting habe ich in einem Nebensatz das Lieblingsprojekt vom Chef beinahe abgeschossen - was er gerne hätte geht nämlich nicht so wie er es sich vorstellt in Verbindung mit Thin Clients. Und da ich von völlig anderen Vorraussetzungen für dieses Projekt ausging, habe ich überhaupt erst mit Thin Clients angefangen. Späteres Nachfragen aller Beteiligten unterhalb der Führungsebene ergab, dass die genauso dachten wie ich, hab also nichts falsch verstanden sonder wurde eher falsch informiert.
Naja, heißt ja nicht das das Projekt vom Chef gestorben ist, sondern nur, dass es anders ablaufen würde als er sich das vorgestellt hat (was durchaus auf dasselbe hinaus laufen könnte).

Auf jedenfall durfte ich anschließend wieder ein 4-Augen Gespräch führen, was schon alarmierend mit "Herr Frischling, ich mag sie ja, ..." anfing. Au weia. Und nen Aspirin hat er sich auch bestellt.
Mir bleibt erst mal nichts anderes übrig als wieder eine tolle Powerpoint zu dem Thema zu machen und unter Umständen damit zu rechnen das Thema Thin Clients wieder einzustampfen.
Ich glaube ich schreib schon mal Bewerbungen ...

Trotzdem war ich nicht faul und hab endlich mal eine erste Version eines Planes mit all unseren Projekten fertiggestellt - der füllt locker eine DIN A2 Seite mit normaler Schriftgröße. In Länge und Breite. Sieht auf jedenfall nach ziemlich viel aus und wurde auch prompt an die Wand genagelt, damit keiner denkt wir haben nichts zu tun.

Freitag, Januar 27, 2006

Sicherheitsscheunentore

Das Microsofts Internet Explorer ein roter Teppich für bösartige Angreifer ist ist nichts neues, aber dagegen gibts ja Abhilfe.
Das Mitarbeiter aus Versehen oder gar mit Absicht kritische Dateien sehen oder löschen können ist eine Gefahr, die immer besteht, der aber durchaus mittels Zugriffsrechten und anderen Maßnahmen beigekommen werden kann.

Außer zwei der wichtigsten Top-Systeme kooperieren miteinander um alle Sicherheitsmaßnahmen auszuhebeln: Office und Datev.

Ein bissel Erläuterung: Datev ist ein Softwarehaus dessen Kernprodukt Kanzleisoftware ist, wobei ein Datev-Paket zusammengeschnürt wird aus dutzenden von Einzelanwendungen wie ReWe (Rechnungswesen), KOST (Kostenrechnung) oder LODAS (irgendwas mit Löhnen).
Es versteht sich von selbst, dass ein Nutzer nicht auf Daten zugreifen darf die ihn nichts angehen, bzw. auf Verzeichnisse darf, deren Löschung das ganze System killen würde.

Geht aber, dank Microsoft.

Ich möchte meinen Administrator-Kollegen keine schlaflosen Nächte bereiten, weswegen ich die töte-deinen-Arbeitgeber-Anleitung nicht veröffentliche, aber soviel soll gesagt sein: Jeder, der Datev und Word in einer Terminalserverumgebung benutzen darf, kann mit wenigen einfachen Klicks Zugang auf das äußerst wichtige und kritische Systemverzeichnis von Datev kommen - mit Schreibrechten.

Wer also ein Unternehmen kennt das Datev einsetzt und behauptet, deren System sei sicher, der hat entweder eine IT die mehr Ahnung hat als Datev, oder die Firma weiß garnicht was ein per Email ankommendes Word-Dokument für Unheil anrichten kann. Bzw. ein schlecht gelaunter Mitarbeiter der aufgrund der Umstrukturierung der Firma sich nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen darf.

Wenn jemand weiß von welcher Lücke ich spreche und die geschlossen hat, dann her mit den Tipps ... unser größter Schutz ist im Moment die Unwissenheit der User. *gulp*

Mittwoch, Januar 25, 2006

Warum sind Programmierer immer so lahm ?

Die erste Filiale mit Thin Clients geht bald online und die Geräte sind tatsächlich einsatzbereit. Glauben wir zumindest.

Schätze wir werden noch früh genug erfahren was wir vergessen haben, aber noch siehts gut aus, was bedeutet das wir Zeit für neue Projekte haben, wie z.B. eine vernünftige Backup-Lösung.
Sollte unser Datenbank-Server sich verabschieden, dann seh ich erstmal schwarz, da wir noch keinen richtigen Backup-Plan für den Server erstellt haben - die anderen machen mir weniger Kopfzerbrechen.

Und in der Zeit zwischen den Pflichtübungen schreibe ich mein kleines Programm für Frau Glods Lohnabrechnung fertig in Excel und VBA.
Oh Gott, ich HASSE diese Dreckssprache !! Die Entwickler von Visual Basic gehören allesamt auf den Mond !
Ich bin eigentlich ein ganz passabler Progger, aber bei diesem Scheiss klappen manchmal die einfachsten Dinger nicht, wie z.B. eine Subroutine so zu erweitern, dass die anstelle eines Parameters zwei Parameter annimmt.
Das bekiffte Teil akzeptiert die Änderung einfach nicht und schmeisst Fehlermeldungen bei Ausführung. Und ja, ich habe schon erfolgreich mehrere Parameter in anderen Subs übergeben (als ob das etwas besonderes wäre).

Und während ich an dem Teil rumfrickel kommen von oben die Anrufe, ob das Teil endlich mal fertig wird, es eilt ja. Nee klar, deswegen haben die sich auch 3 Wochen lang die Vorabversion nicht angeguckt nur um 3 Tage vor Deadline zu sagen, was an dem Programm noch falsch sei...
Da verliert man manchmal sein sonniges Gemüt.

Montag, Januar 23, 2006

Tabuwort: Gehaltserhöhung

Nich für mich, natürlich. Aber das Thema wurde in einem Meeting angesprochen.
Beziehungsweise angedeutet. Das heißt, eigentlich wurde nur angedeutet das das Konzept des Mehr-Lohn-Zahlens existieren könnte.
Ehrlich, ich hab noch nie jemanden so um etwas herumdrucksen hören von dem jeder wusste was gemeint war. Immerhin weiß jeder in unserem Laden der nicht mit geschlossenen Augen und Ohren rumläuft, dass unsere Löhne mies sind (wir als Abteilungsleiter wurden natürlich von angedeutetem Konzept ausgenommen).

Betrifft mich nur teilweise, da Root und ich erst nach 6 Monaten neuverhandeln können und Üzgül einen direkteren Draht nach oben hat als durch mich. Mal schaun ob da ein paar Extraeuros rausspringen für unsere Angestelltenhorde.

Ansonsten habe ich heute mit einem Mitbewerber zu Sys64748 gesprochen, der gleich noch einen Systempartner von der Firma mitgebracht, die diese superkleinen Thin Clients herstellt. Und dieser Systempartner hat seinerseits den Client selber mitgebracht und zum spielen dagelassen. Cool das Teil, kanns kaum erwarten das den Chefs nächste Woche vorzuführen.

Wenn wir uns dafür entscheiden sollten, dann heißts wahrscheinlich Schluss mit Sys64738 und wir haben zwei Filialen mit "Altlasten" - den alten Thin Clients - ausgestattet.
Wenn aber unsere Spielwiese mit den neuem Gerät gut läuft, dann kann ich auch damit Leben - hauptsache gut und günstig.

Achja, ich musste einen Mitarbeiter von seinem Rechner aussperren da er gefeuert wurde und am nächsten Tag war mein Firmen-Email-Account voll mit Spam - vorzugsweise Schweinskram.
Ein Schelm wer böses denkt.

Freitag, Januar 20, 2006

Noch keine Katastrophe ...

Der Umzug auf die neuen Server ging innerhalb der Zentrale soweit ganz gut, Root sei Dank.
Mittlerweile haben wir uns in der Abteilung so konsolidiert (ich glaub das ist ein echtes Managerwort), dass Üzgül Support und Vor-Ort-Einsätze macht, Root das meiste technische und ich den Mist der überbleibt.
Hat den kleinen Nachteil aus meiner Sicht, dass er mit dem ganzen neuen Zeug spielen kann und ich mir davon nur Brocken aufschnappe, während ich Lieferanten und Rechnungen hinterherjage.
Muss aber auch unumwunden zugeben dass er ein größeres Talent fürs technische hat und ich bin da eigentlich auch kein Anfänger.

Dieses Wochenende werden auch die Thin Clients einem Härtetest unterzogen, was angesichts der bald anstehenden Filialeröffnung allerhöchste Zeit ist. Die nächste Niederlassung steht auch schon an und diesmal konnte ich ein paar Angebote mehr einholen. Erstaunlich wie viele sogar Einzelpreise angegeben haben. Weniger erstaunlich ist, dass bei einigen Anbietern verdammt teure Kabel bei sind. :P
Ist schon von Vorteil Preise zu kennen bevor man Angebote einholte, hehehe.

Das wir für die ersten zwei Niederlassungen dieses Jahr denselben Anbieter nehmen steht eigentlich schon fest, wissen die anderen bloß nicht. Aber Niederlassung 3 und 4 und 5 und 6 [...] stehen auf einem ganz anderem Blatt.
Alleine schon aus Gewährleistungsansprüchen und Support-Fragen würde ich aber nicht wechseln wollen, auch wenns mir manchmal so vorkommt, dass Schlips meint ich würde mich zu sehr auf einen Anbieter - hmm - einlassen.

Und wo wir schon beim Thema Korruption sind: Nächste Woche Termin mit einer recht großen Firma, die auch als Lieferant und Finanzier in Frage käme, von der Schlips aber meinte, er halte die alle für Verbrecher und würden wahrscheinlich versuchen mich zu bestechen.
Cool.

Mittwoch, Januar 18, 2006

Vorstandskonforme Kommunikation dank Powerpoint

Heute ein Gespräch mit Schefe dem Oberchef gehabt wo er sich dafür entschuldigte, dass er mich im Meeting so angefahren hatte. Nette Geste, wirklich.
Hat mir auch erläutert wieso es zu seinem Ausbruch kam und gab mir den gut gemeinten Rat, mich nicht von den "IT-Fuzzies" (damit meint er Consulter die einem einreden, ohne dere Hilfe ginge alles den Bach runter) einschüchtern zu lassen. Nun, da die entsprechenden Entscheidungen gefällt waren habe ich den Rat angenommen ohne meinen Standpunkt vorzutragen, denn alles was ich dann getan hätte wäre meinen Wert in seinen Augen zu senken, quasi zuzugeben eingeschüchtert zu sein.

Im Anschluss habe ich noch eine toll animierte PowerPoint-Präsentation geboten, die das Thema Thin Clients verdaulich veranschaulicht. Fand Schefe auch toll, genau wie Frau Humanresources.
Schätze ich bin jetzt dazu verdammt alles nur noch so zu präsentieren. Halleluja.
So nebenbei: Die aktuellen Powerpoint Versionen sind ja schon fast ausgereift mit Animationspfaden und so. Fast wie ein kleines Macromedia Studio. Mit anderen Worten: Viel mehr Möglichkeiten Zeit zu verschwenden.

Ansonsten trudeln so langsam die Angebote für die komplette Filialausstattung ein. Auch wenn einige Anbieter den Eindruck erwecken, dass die sich garnicht durchlesen was ich von denen haben will.
Naja, deren Pech.
Hab denen unsere Anforderungen in einer Excel Tabelle geschickt, wo die auch die Möglichkeit haben die Einzelpreise einzutragen. Bin mal gespannt ob das tatsächlich jemand tut. Eher nicht, aber mich würd wirklich interessieren, wie lange die Anbieter überlegen ob die die Spalten ausfüllen sollen oder nicht, hehehe.

Immerhin, unser erster hats getan. Aber der hat auch eine konkrete Preisvorgabe bekommen inklusive unserer eigenen EKs - sollte halt schnell gehen.

Wochenende geht für Serverkonfiguration Marke Eigenbau drauf, inklusive Tests der Thin Clients. Hoffentlich geht das gut.
Und für alle die nicht wissen wie ein richtig thinner Thin Client aussieht:
Den hätte ich gerne mal ausprobiert. :)

Dienstag, Januar 17, 2006

Vereint alleine

Wie erwartet wurde der Termin mit Koryphus gecanceled, so dass wir selbst gucken dürfen wie wir das hinkriegen. Halb so wild - wir kriegen das irgendwie hin - aber der Plan, etwas Schulung abzustauben, ging wohl in die Hose.

Und damit steht jetzt - endlich - fest, in welche Richtung die IT-Abteilung fährt. Das wohl schlüssigste Zitat war: "Wir haben uns zwei Akademiker geleistet um nicht mehr auf externe angewiesen zu sein."
Nun gut, verständlich. Aber wie immer bei unserer Firma haben die auch da in der Schnäppchenkiste gesucht und zwei für deren Systemlandschaft nicht ausgebildete Leute angeheuert. Aber wenn man im Studium eins lernt, dann ist das Lernen.
Die dürfen bloß nicht erwarten, dass alles perfekt laufen wird. Aber immerhin besser als vorher.

Das Meeting heute lief auch etwas besser als befürchtet; ich kam ziemlich genervt rein und hab mich mit Root kreuzverhöhren lassen. Dort haben wir nochmal klipp und klar unsere Position dargestellt - und da ist mir was interessantes aufgefallen: Schlips und Humanresources wurden etwas vorsichtiger und zurückhaltender mit ihren Kritiken nachdem wir uns recht koordiniert in unseren Erläuterungen ergänzten.

Meine Vermutung (dank einer Warnung von Siegfried) von Anfang an war die, das Schlips Root und mich wahrscheinlich gegeneinander ausspielen wollen würde, warum auch immer. Tatsächlich aber läuft in unserer Abteilung intern alles völlig konfliktfrei und kollegial ab - Üzgül inklusive. Und Root vermutet - genau wie ich - das die so langsam das Szenarion befürchten, dass die IT-Abteilung wieder rotiert und die sich nochmals nach neuem Personal umsehen dürfen. Bloß, dass diesmal auch - wenn man seinen Worten Glauben schenkt - Üzgül dem Laden auch Lebewohl sagt. Und Herr Ülgüz, Üzgüls Kollegen aus der Bauabteilung. Und Herr Dübel, ebenfalls aus der Bauabteilung. Das sind zumindest die, die am meisten fluchen und das nicht zu knapp.
Aber von den frohen Verhältnissen wissen die Leute oben (zu denen ich strenggenommen eigentlich auch gehöre) wahrscheinlich garnix.

Aber bei aller Dramatik: So schlimm ists noch nicht dass ich ernsthaft ans Kündigen denke. Aber für die Zukunft sehe ich keine großartige Perspektive. Der Laden wird mich nie gut entlöhnen und ich werde den Job bestenfalls als Ausgangsposition für später nehmen.
Immerhin steht dann im Lebenslauf: Abteilungsleiter

Boah, ey.

Montag, Januar 16, 2006

Was du heute musst besorgen ..

zerreden wir dann morgen.

So ziemlich eins der unangenehmsten Szenarien ist eingetroffen: Lieferant sagt ok, meine Firma sagt nö. Oder zumindest vorläufig nö. Morgen Besprechung. Eilt ja nicht, andere Leute ham ja keinen Terminkalender (stimmt natürlich nicht; nachdem ich eilends den Termin inklusive einer Order annuliert habe - Mann, war das wieder peinlich - wurde Herr Koryphus schon verplant).
Und ich rede mir den Mund fusselig und dann wollen wir auf einmal nicht. Aargh !

Dafür tut sich wenigstens was in Richtung Budget. Im Meeting darauf angesprochen, dass Anträge auf einzelne Glühbirnen keine organisatorische Erleichterung darstellen, entgegnete Frau Glod, dass doch so etwas wie ein Lager geplant sei. Toll, gehen dann die Investitionsanträge an das Lager und dann gesammelt an Frau Glod ? Mit Meldebestand und automatischer Wiederbestückung ? Gleicher Quatsch wie vorher, bloß komplizierter.
Wie dem auch sei, es wurde beschlossen bis Mitte diesen Jahres herauszufinden welche wiederkehrenden Kosten man nicht vereinfacht genehmigen könne. Ich glaube es ist vermessen, dass einen Erfolg zu nennen, aber der Rest lief so Scheisse, da klammer ich mich mal dran.

Der Installations- und Schulungstermin mit dem ich eigentlich fest gerechnet habe (falls wir die Firma Sys64738 dazu überredet bekommen mit uns zu arbeiten) ist bis morgen in der Schwebe.
Da wollen Schlips und Meute von uns zu hören bekommen, ob und warum wir überhaupt externe Hilfe benötigen. Wohlgemerkt, der Vorschlag externe Hilfe heranzuziehen kam sogar von Schlips und jetzt, wo ich betont habe wie hilfreich und wichtig diese Hilfe für uns wäre, wird auf einmal zurückgerudert.
Oh, und für Mitarbeiter anderer Abteilungen (ok, Kerngeschäft) werden eifrig Fortbildungsmaßnahmen diskutiert und initiiert. IT muss anscheinend nicht fortbilden.

Zugegeben, ich habe die Position der IT-Abteilung rhetorisch unzulänglich präsentiert und ungeschmückt die Situation und unsere Meinung von mir gegeben.
Ich werde wohl ein bischen mehr Zeit in PowerPoint investieren müssen. Bah, ich hasse PowerPoint Präsentationen zu erstellen - institutionalisierte Zeitverschwendung meine Meinung nach, aber anscheinend unumgänglich.

Nun gut, sehen was morgen kommt. Ich hatte heute ein persönliches Gespräch (in Persona) mit dem Geschäftsführer von Sys64738 um zu entschuldigen, versprechen, verteidigen und bitten. Herr Sysop hat mittlerweile den Eindruck gewonnen, dass wir etwas sprunghaft seien ... selten höflich, der Mann.

Persönlich rechne ich damit, dass wir den Serverumstieg selbst machen dürfen. Halleluja.

Samstag, Januar 14, 2006

Engelszungen bewirken weniger ...

... wenn die dazugehörige Hand den Mittelfinger streckt.

Die Rechnungen wurden nicht rechtzeitig bezahlt, zumindest nicht vollständig.
Der Lieferant - nennen wir ihn Sys64738 - hat noch nicht vollends den Weg verbaut (trotz Ankündigung) und läßt sich - vieleicht - noch breitschlagen, vorrausgesetzt, ich bestätige ihm schriftlich das die neuen Aufträge komplett geleast werden. Meine Engelszungen am Werk.

Naja, wir warten beide das Abteilungsleiter-Meeting ab. Dort wird klipp und klar gesagt, das unsere IT-Abteilung an unsere Grenzen stoßen und bestenfalls ein zusammengeflicktes System aufstellen können - wie es vorher der Fall war.
Bloß das wir es wahrscheinlich nicht aufstellen können weil bestimmte Software ohne bezahlte Rechnungen nicht geliefert wird und wir andere Software ohne Schulung nur unzulänglich zum Laufen bekommen werden.
Kurz, ich garantiere nicht mehr dafür das die fest geplanten Filialeröffnungen stattfinden können, da die schon mit der neuen Technik ausgestattet werden die die neue eingerichteten Server voraussetzt.

Ich hab Wochen vorher schon drauf hingewiesen und Aktennotizen verschickt - irgendwann ist das nicht mehr mein Problem. Hab alles in die Wege geleitet, unseren Arbeitsaufwand pro Niederlassung auf ein Zehntel reduziert und sämtliche künftige Rechnungen leasing-fähig gemacht.
Da kann ich doch erwarten das die wenigstens die wichtigen Lieferanten bezahlen.

Aargh!

Egal, Wochenende. Wochenende will ich nix mit dem Scheiss zu tun haben.

Donnerstag, Januar 12, 2006

Projekt Shop-Leasing erfolgreich

Boah, der Filial-Einkaufskorb wurde genehmigt und von Leasing-Firma und Lieferant akzeptiert (Üzgül und ich mussten hoch und eine Gegenüberstellung zwischen Selbsteinkauf und Angebot machen).
Der Preis ist natürlich etwas höher als wenn wir das selbst beschaffen würden (selbst zugzüglich Porto und Arbeitszeit) aber dafür können wir den ganzen Kram leasen.
Aber wir habens geschafft und die paar hundert Euro extra für den Auftrag genehmigt bekommen. Üzgül war sowas von erleichtert, da ihn (und mir) das Unmengen an Stress und Arbeit erspart.
Und Frau Glod ist wohl auch happy: Macht schon einen Unterschied ob wir z.B. 10.000€ auf einmal rausschmeissen oder ein paar hundert Euro monatlich für mehrere Jahre bezahlen.

Hoffentlich motiviert das Frau Glod endlich mal die verdammten offenen Rechnungen für diese Firma zu begleichen, ohne die besagte Firma keine Terminzusage für ihren Consulter machen will. Ohne ihn wird die Installation schwer. Hab natürlich alternative Angebote eingeholt, aber der kennt sich bei uns aus und ist noch recht preiswert, wenn man alles zusammen rechnet.

Wie dem auch sei, ich versuche also unseren Reseller (durch den wir auch wieder an Quellen rankommen die unsere Finanzabteilung schon erfolgreich vergrault hat) mit der Aussicht auf dutzende von neuen Niederlassungen kulant zu stimmen und gleichzeitig Frau Glod mit dem Leasing-Deal spendierfreudig zu stimmen.
Und da ich langsam nicht mehr weiter weiß habe ich an sie eine Mail geschickt mit Bitte zur zügigen Zahlung, da ich ansonsten keinen reibungslosen Server-Umzug garantieren kann, mit cc an meine Vorgesetzte und Herrn Schlips. Hoffentlich verderbe ichs mir nicht mit der mit so einer Aktion, sie ist eigentlich ganz nett (und einflussreich).

Mal sehen, muss ja nur einer von beiden nachgeben damit alles glatt über die Bühne geht.
Mal gucken wer zuerst blinzelt. ^_^

Schlimm wirds nur wenn der Consulter wegen nicht bezahlter Rechnung zurückgehalten wird, weil dann die Filialeröffnung gefährdet ist. Aber ich hab alles getan und wenn wir es nach zwei Monaten immer noch nicht hinbekommen die paar Rechnungen zu bezahlen und der Lieferant sich trotz potentieller Aufträge im sechs-stelligen Bereich bockig stellt, dann such ich mir nen neuen Consulter, nen neuen Lieferanten und nen neuen Job.

Dienstag, Januar 10, 2006

Ich hätte gerne eine Filiale gekauft

Um eine neue Filiale IT-mäßig auszustatten braucht man eine ganze Menge Zeugs.
Die Arbeitsplätze natürlich, bestehend aus PC, Monitor und Zubehör, diverse Geräte mit Kabeln (Kabel=IT), Netzwerkkabel (ok, wirklich IT), Switches, Patchfelder, Netzwerkschränke, Software, Lizenzen und und und.
Bislang hat Üzgül unmengen an Zeit investiert um für jede Filiale alles zusammenzuklauben.
Klappt mäßig prächtig. Wird aber kritisch wenn manche Firmen meinen nicht zu liefern, bloß weil wir die offenen Rechnungen noch nicht beglichen haben (seufz).

Naja, ich hab keinen Bock auf sowas und versuche nun einen Lieferanten zu finden der das ganze Zeug für uns kauft und liefert und dabei noch eine von uns vorgegebene Monetengrenze nicht überschreitet. Die Grenze wird natürlich definiert durch die Preise die wir durch selbersuchen erreichen können.
Wenn der Lieferant drauf oder drunter kommt sind wir zufrieden weil wir für das gleiche Ergebnis weniger Arbeit haben, der Lieferant ist happy weil wir nicht nicht-zahlen sonder leasen und alles was er günstiger besorgen kann als wir ist sein Gewinn.
Der Gesamtpreis sollte natürlich von mal zu mal neu verhandelt werden, aber im Prinzip ists mir wurscht wenn die anderen Gewinn durch den einen oder anderen Posten machen.

Aber boah, die Entlastung .... "Hallo, ich hätte für nächsten Monat gerne 3 Filialen eröffnet, macht mal fertig wie immer, Rechnung an Blablub-Leasing, tschüss!". Dann komme ich vieleicht auch mal dazu irgendwann wirklich sowas wie Informatik zu tun (das Zeugs was ich studiert habe).
Heute zur Vorbereitung Stunden damit verbracht unsere Marge zu kalkulieren und bei den Lieferanten die wir noch nicht vergrault haben anzuklopfen, ob die sowas machen würden.

Wenn das hinhaut lass ich mir stundenlang auf die Schulter klopfen. :)

PS: Betreff Sie sind gefeuert: Hab mal rumgehört warum Frau Flambiert der Arbeit öfters fortblieb, was zu der Beurteilung 'nicht belastbar' und der Kündigung führte. Von der Kündigung erfuhr Frau Flambiert nach einem Krankenhausbesuch wo sie eine nahestehende Person nach derem missglückten Selbstmordversuch betreute.
Aber immerhin: Sie hat schon einen neuen Job, obwohl sie nicht sehr belastbar ist.

Montag, Januar 09, 2006

Politik inside

Es gibt Mitarbeiter die sind nett, manche nicht. Doch um die Sache schwerer zu machen gibt es viele feine Abstufungen, sowohl bei nett als auch bei nicht.
Manche sind freundlich, manche kollegial, höflich, kumpelhaft, vertraulich, locker, sympathisch, verträglich .... und manche sind politisch.
Nicht Staats- und Stammtischpolitisch, nein, Firmenpolitisch. Vieleicht sind sie ja auch tatsächlich nett oder freundlich, aber sie kommen mit handfesten Interessen zu einem. Mir.
Eines meiner Schäfchen namens Herr Lobby - ein Geschäftsführer aus einer unserer vielen Filialen - kommt oft auf einen Sprung bei mir in der Abteilung vorbei auf ein Schwätzchen, wo es um interessante Computer-Technologien geht - vorzugsweise Technik die er natürlich gerne bei sich auf dem Tisch sehen würde.
Nicht falsch verstehen - er ist ein angenehmer Mensch - aber er kommt so oft und häufig das ich mir schon Fragen gefallen musste ob ich wisse ob meine Loyalität hauptsächlich der Zentrale oder den Filialen gelte. Eine Frage die natürlich darauf hinauszielte, ob ich wisse das mich Herr Lobby aus eigenen Gründen bearbeite.
Klar weiß ich das, aber hindert mich nicht dran seine interessanteren Ideen gut zu finden, oder ? Selbst wenn die nicht immer umsetzbar sind (alle wichtigeren Mitarbeiter brauchen Laptop mit UMTS-Flat).

Hoffentlich finden Herr Lobby und co. nie raus das die streng genommen mir gegenüber weisungsberechtigt sind. ^_^

Und hoffentlich kommen die politisch-freundlichen bald auf die Idee mich bestechen zu wollen. Mal gucken was da so abfällt.

Und hoffentlich kommt keiner auf die Idee mich in irgendeine Bürofehde oder Machtkampf einspannen zu wollen.

Samstag, Januar 07, 2006

Und sie zahlt nicht.

Zeitpunkt der Server-Installation wurde nach hinten verschoben, weil das neue Datev-Release in ein paar Tagen kommt und ich keinen Bock habe eine Installation UND ein Update zu machen.
Außerdem fehlen uns streng genommen ein paar Lizenzen, die ich zwar kurzfristig bekommen kann, aber das auch nur wenn unsere Frau Glod sich endlich dazu bequemen würde ein paar offene Rechnungen zu bezahlen.
Direkte Aufforderung hat nix gebracht, Erwähnung im Meeting auch nicht, Betonung gegenüber Schlips, dass wir uns den Consulter ansonsten in die Haare schmieren können ebenso wenig.
Jetzt nochmal an meine direkte Vorgesetzte Frau Humanresources geschrieben und nächsten Montag Statusmeldung zu den Servern abgeben: Server toll getestet, warten darauf das Externe nicht mehr auf Geld warten müssen, lege Firmen-Portfolio an für den Fall das wir reihenweise unsere Lieferanten vergraulen.
Und achja so nebenbei 50 Office Versionen müssen wir nachlizenzieren sonst besteht die Gefahr das Microsoft uns verklagt kann ich kurz 10000€ haben hach schon so spät ich muss weg.

Bei letztenmal haben alle nur breit gegrinst als ich von meinem Lieferanten erzählt habe der Geld will. Ist wohl normal bei unternehmen die mit Zinsen auf Tagesbasis kalkulieren.

Donnerstag, Januar 05, 2006

Leasing-Tricks

Betriebswirte finden Leasing toll, weil man dadurch alles anschaffen kann was man zum geldmachen braucht ohne die Kriegskasse zu plündern.

Leider kann man nicht alles leasen, wie z.B. Wartungsverträge oder - in vielen Fällen - Dienstleistungen.
Ok, einige Leasing-Firmen finanzieren auch Dienstleistungen, wenn auch nur in Verbindung mit einer "richtigen" Anschaffung (wie Server) und dann auch nur, wenn die Dienstleistungen höchstens vieleicht 20% des Anschaffungswertes betragen.
Kostet beispielsweise ein Server mit Software und Lizenzen 5000€ und Dienstleistungen auch 5000€, dann können die Dienstleistungen nicht geleast werden.
Um aber trotzdem noch Leasen zu können gibts aber zwei Tricks.
  1. Rechnungen aufsplitten.
    Eine Rechnung über 5000€ Zeugs + 1000€ Dienstleistungen und eine weiter Rechnung über 4000€ Restdienstleistung.
  2. Teuer einkaufen.
    Das Zeug nicht zum verhandelten Preis sondern zum Listenpreis kaufen und dafür den Preis für die Dienstleistungen drücken. Dann nur eine Rechnung über 8334€ Zeugs + 1666€ Arbeit und alles ist geleast.
Wahrscheinlich kriegt man bei letzterem irgendwann die Quittung in Form der Restwertzahlung, aber nicht mein Bier.
Wahrscheinlich ein alter Hut für die Finanzjongleure unter euch, aber für mich wars neu und bin sogar von selbst draufgekommen nachdem Frau Glod rumgenörgelt hat.

Ob das die Firmen mitmachen ist aber Verhandlungssache. :)

Neue Servers im Haus

Frisch geliefert und da zum Spielen.
Man bemerkt den Unterschied zu den alten Servern auf Anhieb, selbst durch Türen und Wände: Laut wie eine Flugzeugturbine.

Erstmal ne Grundinstallation draufgemacht und dann Features getestet. Jetzt können wir das tun was wir mit unseren alten Servern uns nicht getraut haben: Hot-Swappen
Das heißt nix anderes als Festplatten im laufenden Betrieb rauszunehmen ohne alles zu zerschießen.
Bei RAID Level 1 werden zwei Festplatten gespiegelt, so dass Pladde A ein exaktes Abbild von Pladde B ist. Sollte eine Pladde im Einsatz abfackeln, dann kann man einfach das Ding rausziehen und neue reinstopfen ohne dass jemand das mitkriegt. Die neue Platte wird dann automatisch gespiegelt, so dass innerhalb von Minuten beide Platten auf gleichen Stand sind.

Ist auch sehr praktisch wenn man zu faul ist 3 Server seperat über mehrere Stunden hinweg zu installieren. Einfach ein paarmal Platten umstecken und schon hat man automatisch alle Server eingerichtet.
Auch hervorragend als alternative Backuplösung geeignet, ganz ohne Software.

Und zum Thema Backups: Haben ne Firma eingeladen die uns mal richtig aufgezeigt hat, was Backupsysteme richtig aufgesetzt so alles schaffen.
Ums kurz zu machen: Minutenaktuelle Datensicherung und Komplettwiederherstellung eines Servers unterhalb von 2 Stunden.
Wenn wir das soweit hinbekommen, dann schlafe ich Nachts bestimmt ne ganze Ecke ruhiger.

Backup Exec heißt die Software übrigens, nur für den Fall das jemand seinen mp3-Server ganz ganz lieb hat. :)

Montag, Januar 02, 2006

Sie sind gefeuert + Lizenzdschungel 2.0

Nein, nicht ich. Auch keiner aus meiner Abteilung.
Aber die Unterstützung von Frau Pivot, unserer Chefsekretärin.
Grund: Sie sei nicht belastbar. Und anscheinend wurde sie privat wohl sehr belastet (keine Ahnung was) und nahm sich dafür etwas Auszeit. Schätze mal das war nicht alles, aber auf jedenfall gabs ne Kündigung. Schönes Neujahrgeschenk.

Aber wenigstens in der Hinsicht muss ich mir um meinen Job keine Sorgen machen. Eher schon weil ich fortwährend schlechte Nachrichten überbringen darf, wenngleich ich auch nicht immer dran Schuld bin.
Dieses mal gabs zur Abwechslung mal Probleme mit Lizenzen.
Gähn, ich weiß. Aber wenigstens andere Lizenzen, nähmlich MS Office.
"Hmm, wo ist das Problem?" fragt man sich. "Solange man keine Studentenversionen kauft sollte doch alles ok sein?" . LOL!

Ich glaube ich hab das schonmal kurz angeführt, deshalb hier die Lizenzrechtliche Zusammenfassung: Wer in einer Terminal-Server-Umgebung Office benutzen will, muss sowohl auf Server als auch auf Client die gleiche Office Version laufen lassen und lizensiert haben.
Eigentlich nicht so schwer, oder ?
Nun, bei uns sind aber die falschen Version installiert und gekauft, und zwar sowohl bei Server als auch auf Clients!!!

Ungefähr so als ob man unterschiedliche Socken anzieht und beide sind falsch, aber so siehts tatsächlich aus, dank des lieben Herrn Schuldig und seiner sorglosen Lizenzpolitik.
Geschätzter Schaden: über 8000€

Nun, ich werds auf jedenfall nach oben reichen und zu Protokoll geben, dass ich die Chefs unterrichtet habe. Zusätzlich noch ein paar Emails als Aktennotiz verschicken um mich vollends abzusichern. Und dann mal gucken in welche Richtung der Ball rollt. ^_^

Sonntag, Januar 01, 2006

Prost Neujahr!

Hab entgegen allem Arbeitseifers über Silvester nur gefaulenzt !

Frohes Neues!