Tagebuch eines Abteilungsleiters

Hier verarbeite ich meine Erfahrungen aus der Arbeitswelt (Abteilung Ellenbogengesellschaft) vom ersten Tag an. All die schönen Ereignisse, Intrigen und Problemchen die so anfallen wenn man frisch und unverhofft einen Haufen Untergebene bekommt die selbst gerne Chef wären.

Donnerstag, Dezember 29, 2005

Unter dem Mantel der Verschwiegenheit

Frau Glod ist sehr auf ihre Verschwiegenheitspflicht bedacht, denn immerhin gehts bei Frau Glod um Geld. So scheiterten manche Hilfeversuche daran dass sie sich weigerte uns bestimmte Bildschirme zu zeigen.
Nun gut, Löhne und Umsätze gehen auch nur ganz wenige Leute was an, in gewissem Maße also verständlich.

Nun ist aber die Zeit des Jahresabschlusses gekommen und aufgrund diverser Besonderheiten in Sachen Entlohnung innerhalb unserer Firma wünschte sie sich ein kleines Programm (sprich: Excel-Sheet mit Schnickschnack) um die Löhne nicht mehr "per Hand" kalkulieren zu müssen.

Im Endeffekt läuft alles darauf hinaus aus einer Tabelle einen Haufen andere zu machen, nix anspruchsvolles also, selbst mit Kontrollelementen.

Um aber arbeiten zu können brauche ich natürlich eine Vorlage, die sie mir auch schickte... womit ich nun stolzer Besitzer einer Tabelle mit den Jahresumsätzen und Gehältern des aktuellen Geschäftsjahres unserer Firma bin (ok, wenn ich wollte wäre ich natürlich auch so rangekommen) ...
hmm ...
Ob ich wohl das nächstemal auch auf den Bildschirm gucken darf ?


Außerdem gabs heute ein weniger erfreuliches Gespräch mit einem unserer Geschäftspartner - der Firma die den Datev-Experten Koryphus beschäftigt. Deren Geschäftsführer war recht erbost darüber, dass wir die ausstehenden Rechnungen noch nicht bezahlt haben (ok, Haushaltssperre, aber die Rechnung ist fast 2 Monate alt und sollte nach erhalt bezahlt werden), dass wir uns von denen beraten lassen und dabei nur sehr wenige Aufträge verteilen, und - vor allem - wegen der unsäglichen Telefonkonferenz (siehe Ring frei) vor ein paar Tagen.
Er ließ mich recht deutlich wissen was er von derlei Geschäftspraktiken hält und ich konnte kaum was dagegenhalten - immerhin war ich ja seiner Meinung. Es fielen Worte wie "Geschäftsbeziehungen überdenken" was wahrscheinlich kein gutes Zeichen ist (hey, bin ein Frischling).

Ich glaube ich konnte die Wogen noch halbwegs glätten, muss aber Schlips mal drauf hinweisen das wir uns solche Klöpse nicht allzuoft leisten sollten.
Und ich selber sollte mir beizeiten mal ein Rückgrat zulegen - so eine Konferenz mach ich nicht nochmal mit. Andererseits sollte man in der Probezeit lieber den Ball flach halten.

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