Tagebuch eines Abteilungsleiters

Hier verarbeite ich meine Erfahrungen aus der Arbeitswelt (Abteilung Ellenbogengesellschaft) vom ersten Tag an. All die schönen Ereignisse, Intrigen und Problemchen die so anfallen wenn man frisch und unverhofft einen Haufen Untergebene bekommt die selbst gerne Chef wären.

Montag, Dezember 12, 2005

Incommunicando

Ich kommuniziere zu wenig nach oben, hab ich mir sagen lassen.
Ich habe ein kleines Kalkulationstool geschrieben - und nichts gesagt. Padawan hat eine Installationsroutine erstellt - und ich habs nicht mitgeteilt. Ich habe die Erstellung von Briefköpfen vereinfacht - und vergessen das zu erwähnen. Root hat ein Tool zum Abarbeiten von Support-Mails in Entwicklung - und meine Vorgesetzte wusste es nicht. Ich hatte mehrere Gespräche mit anderen Firmen wg diversen Angeboten - ohne das noch oben zu kommunizieren.

Ok, stimmt, aber ich bins wirklich nicht gewohnt, Selbstverständlichkeiten als Leistungen rauszuprahlen. Ich fühle mich eigentlich nur in der Mitteilungspflicht, wenn das wirklich jemand ausserhalb der IT-Landschaft wissen soll (wie Server-servt-nicht).

Aber so läuft das anscheinend nicht, wenn die eigene Abteilung einer anderen unterstellt ist.
Dann kommen (meine messerscharfe Vermutung) nämlich Fragen an meine Vorgesetzten, was deren Unterlinge denn so tun und die können das nur rudimentär weitergeben. Und das wirft natürlich ein schlechtes Licht auf meine Vorgesetzten und auf mich, vor allem wenn die Nachrichten die ich freiwillig rausgebe schlechte Nachrichten sind.

Der Aspekt, das ich selbst ohne andauerndes Berichteschreiben schon zu 120% ausgelastet bin ist anscheinend vernachlässigbar. Konsequenz: Arbeit X liegen lassen und in Berichte schreiben, dass ich an Projekt X,Y,Z arbeite und dass X etwas länger dauern könnte. *seufz*

Und regelmäßig gute Nachrichten nach oben geben, wenn irgendwas tolles bei uns klappt, wie - äh - das installieren eines Druckers oder so.

Und jetzt mal Hand aufs Herz: Macht ihr euch nicht auch über Vorgesetzte lustig, die professionell deren Chefs in den Arsch kriechen anstatt anständige Arbeit zu machen ?
Ich sag euch was: Die können garnicht anders. Mann läßt die nicht!

7 Comments:

At 12:35 nachm., Anonymous Anonym said...

*lach* lieber frischling, ich selbst bin leiter einer it-abteilung... lass dir gesagt sein, deine vermutung ist ganz richtig.

der schönste spruch dazu ist immer "tue gutes und rede davon".

aber apropos "supportmails" schau dir mal otrs an. www.otrs.org das ist ein sehr gutes ticket-system und man kann es sehr leicht installieren und modifizieren. das macht mir mein leben sehr viel einfacher da man wunderbar supportfälle eskalieren lassen kann, prioritäten, verschiedene qeues hat, usw.

du musst immer brav davon reden was du tust, ich mach das meist so, dass ich einmal pro woche ein kleines reporting-mail schreibe und daraus dann hervorgeht was, wie, wann, wo steht und was wir grade tun.

kurz, bündig, und sauber erklärt.
versuchs mal :-).

 
At 2:22 nachm., Anonymous werkkzeug said...

wie bisten das mit den briefköpfen nun angegangen!?

 
At 8:15 nachm., Anonymous klez said...

lieber frischling

ich amüsiere mich köstlich an deinem blog. ich leite zwar keine it-abteilung, werkle aber als lehrling (azubi...) in einer solchen. die parallelen zu der deinigen sind erschreckend und lustig zugleich. anscheinend gehts so wie bei mir überall zu :D

ich freue mich auf weitere berichte

- klez

 
At 8:23 nachm., Anonymous Packetblogger said...

Mach Dir nix draus. Das ist glaub ich fast überall so!

Ich war auch mal in ner ziemlich hohen IT-Abteilung beschäftigt. Da wars genau so. Man musste einfach über alles berichten, auch wenns keiner der Chefs und anderen Mitarbeiter kapiert haben um was es geht, aber hauptsache, man berichtet und anderes Zeugs, das zumindest aus IT-ler-Sicht wichtiger wäre, bleibt liegen.

Die Zeit die mit so nem Mist verplämpert wird, tut nem IT-ler natürlich in der Seele weh...

 
At 8:25 nachm., Anonymous tomparis said...

Tja, das sich gegenseitig Beweihrächern-Ritual hat teilweise recht bizarre Stilblüten ;-)

Ich erlebe es ein wenig anders: Ich habe zwei Jahre lang Input geliefert, wie man sich und Arbeitsabläufe verbessern kann (und nicht wirklich den Anspruch gehabt, dass alles sofort realisiert wird) und zwischenzeitlich gemerkt, dass es keinen interessiert (die Memos sind teilweise noch nicht einmal gelesen worden).

OK - Strategie geändert (was soll ich mich darüber ärgern): Sage gar nichts mehr.

Reaktion von der GF: Wieso sagen Sie nichts?

Gegebene Antwort: Ist doch super so.

Gedachte Antwort: Lesen Sie meine Memos der letzten zwei Jahre. Dann haben Sie genug Futter bzw. einen Überblick dessen, was ich zu sagen habe.

Fazit: Man darf sich auch einfach so mehrfach am Tag gegenseitig auf die Schultern klopfen. Das ist toll, steigert das Selbstwertgefühl sowie das die sozialen Kontakte. Beschickt wird zwar nix - macht aber nichts. Oder wie meine Kollegin sagen würde: Guck mal, habe ich nicht "Ich seh toll aus im Sitzen-Schuhe"?

PS: Das mit den Briefköpfen interessiert mich jetzt auch mal!

 
At 1:18 vorm., Blogger Der Frischling said...

Beruhigt doch irgendwie zu sehen, dass ich nicht allein bin. :)

Und was die Briefköpfe angeht:

Hab den Teil der dauernd aktualisiert werden muss ausgelagert in eine andere Word Datei und die in den Briefköpfen referenziert (Einfügen->Datei->Als Verknüpfung einfügen).

Laut Word soll sich der automatisch aktualisieren oder zumindest vor jedemmal Drucken. Klapp auch nicht so ganz, aber Felder manuell zu aktualisieren ist einfacher als alls Briefköpfe jedesmal neu zu erstellen.

 
At 6:37 nachm., Anonymous tomparis said...

Fein - hatte ich mir schon fast gedacht. Das mit dem Aktualisieren beim Drucken funktioniert dann zuverlässig, wenn der User in seinem Word die Option "Felder beim Drucken aktualisieren" aktiviert hat. Daran bin ich auch schon hängengeblieben ;-)

 

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