Tagebuch eines Abteilungsleiters

Hier verarbeite ich meine Erfahrungen aus der Arbeitswelt (Abteilung Ellenbogengesellschaft) vom ersten Tag an. All die schönen Ereignisse, Intrigen und Problemchen die so anfallen wenn man frisch und unverhofft einen Haufen Untergebene bekommt die selbst gerne Chef wären.

Montag, Oktober 17, 2005

Der erste Tag

Also wie wars?

Nun, gleich zu Anfang gab es erst einmal ein Meeting .
Eine Firma lieferte ihre Arbeit ab, einen Internetauftritt fuer unsere Firma.
Das war schön, denn kritisieren ist immer einfacher als schaffen. Also tue ich wichtig und kompetent indem ich seine Internetseite nach Fehlern abgrase und ergonomische Mängel anmerke. Das ist kein Problem, denn perfekte Seiten gibt es nicht. Und tatsächlich, ich entdecke fehlerhafte Links, Textrelikte, ungeschickte Platzierungen, Farbunstimmigkeiten, typische browser-spezifische Kleinigkeiten und so weiter.
Und da der Chef (keine Ahnung von Informatik) mit dabei ist, fachsimpel ich mit unserem Beauftragtem und verleite ihn zu unverständlichen Erklärungen, die ich anschließend gnädig und weltmännisch übersetze... jaha, der Informatiker hat Ahnung.
Achja, die Webseite war übrigens klasse.

Ich verlasse die Sitzung als es nur noch um designerische Details geht und lasse mich von meinem Vorgänger - nennen wir ihn Siegfried - in die tieferen Mysterien der IT-Abteilung einweihen. Mein Kopf ist noch ganz wirr, hoffentlich krieg ich das auf die Reihe.

Zumindest habe ich heute erfahren, dass der IT-Abteilungsleiter nicht nur herumsitzt und mit Servern spielt - neeeein, er muss auch
  1. DAUs betreuen (der Drucker druckt nicht)
  2. Einkaufen und Bestellen und dafür kämpfen, dass er auch das Geld dafür bekommt (brauchen wir wirklich so viele Backups?)
  3. Grenzdebile Dokumentationen erstellen. (Ok, manche Sachen sind nicht ganz trivial, aber Windows-Installationen bedürfen wirklich nicht der Erklärung wenn man einen ORIGINAL Produkt-Key hat, oder ? ^^ )
  4. Müll wegräumen. Jupp, ein paar Räume sehen aus wie Müllkippen. Und da man Einsatz vorgaukeln will macht man gerne Überstunden und räumt auf was daheim gnädig akzeptiert wird.
Danach kümmern wir uns um das Anlegen meines Accounts. Haben wir aus irgendeinem Grund nicht fertigbekommen ... mein Untergebener - der das mit mir durchexerzieren sollte - rennt dauernd raus weil er zu irgendwas gerufen wird, oder weil jemand reinkommt mit Zettel in der Hand und was wissen will oder weil die Zigarettenpause winkt. Ok, wird ein bissel mehr angelegt als normal, aber irgendwie ... naja, vieleicht bin ich nur misstrauisch oder er ist tatsächlich faul.

Mal sehen, ich bin auf jedenfall vorgewarnt.

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