Tagebuch eines Abteilungsleiters

Hier verarbeite ich meine Erfahrungen aus der Arbeitswelt (Abteilung Ellenbogengesellschaft) vom ersten Tag an. All die schönen Ereignisse, Intrigen und Problemchen die so anfallen wenn man frisch und unverhofft einen Haufen Untergebene bekommt die selbst gerne Chef wären.

Donnerstag, Oktober 20, 2005

Bewerbungsgespräche

Mein Bewerbungsgespräch dem ich meine neue Stelle verdanke war vor etwa einer Woche. Heute hatte ich schon wieder eins.
Bloß saß ich diesmal auf der anderen Seite ...

Ehrlich gesagt, ich glaube manchmal ich bin in der Twilight Zone gelandet.
"Herr Frischling, bringen Sie doch bitte Herrn Padwan nach oben" und prompt saß ich drin und sollte entscheiden, ob er als Praktikant für die EDV geeignet ist.

Definition Praktikant: Eine unbezahlte, hochqualifizierte Arbeitskraft ohne Berufserfahrung die von Arbeitgebern ausgebeutet werden und ihnen auch noch das Gefühl geben dankbar sein zu müssen.

Die meisten von euch wissen wohl wie ein Bewerbungsgespräch abläuft, aber die wenigsten wissen wie es vorher abläuft:
Frischling: "Hallo. Der Praktikant ist da."
Herr Schlips (sub-chef): "Praktikant ? Will kein Geld ? Stellen wir ein !"
und das wars.

Im Gespräch tut Schlips als ob er nicht ganz unseren Vorstellungen entspricht, während Ich ihm das Gefühl gebe, dass er genau passt. Hoffentlich kriegen wir ihn. Morgen sag ich ok sobald ich herausgefunden habe wie ...
Nur so nebenbei: Ich hab selbst ein langes Praktikum gemacht und es ist wirklich nützlich. Man kann sich quasi die Firma aussuchen und dort alles mögliche an nützlichen Erfahrungen abstauben. Nur die Bezahlung ist nicht existent.

Und ansonsten bekomme ich nächste Woche einen neuen Mitarbeiter (fest) der älter, erfahrener und wahrscheinlich qualifizierter ist als ich. Ich wurd richtig neidisch als ich seine Bewerbungsunterlagen gesehen habe. Hoffentlich sieht er das nicht genau so ...

Außerdem habe ich heute erfahren dass man durchaus 14 Stunden arbeiten kann ohne das einem der Kopf platzt, egal wie sehr er schmerzt.

2 Comments:

At 10:50 vorm., Anonymous Olli said...

Definition Praktikant: Eine unbezahlte, hochqualifizierte Arbeitskraft ohne Berufserfahrung die von Arbeitgebern ausgebeutet werden und ihnen auch noch das Gefühl geben dankbar sein zu müssen.

Ja so kam ich mir bei meinem Jahrespraktikum vor. Nur mit dem Unterschied, dass der Arbeitgeber bei einem Praktikum von mind. 6 Monaten nach der Probezeit zahlen muss. Somit ist der Praktikant keine kostenlose Arbeitskraft mehr. Habe bei mir dann das Geld für die ersten drei Monaten, also Probezeit, rückwirkend bekommen. Waren dann aber nur 250€ Netto pro Monat. Hab dann bei meinem Einstellungsgespräch gesagt, dass ich ja ne Menge lerne und das mehr wert ist als Geld. Ich glaube das hat die beeindruckt :)

 
At 11:27 nachm., Blogger Der Frischling said...

nö, die saßen wahrscheinlich bloß im raum, glücklich darüber ne stunde nicht arbeiten zu müssen.
der macht-kick den man bekommt wenn man über das schicksal anderer entscheiden kann hat wahrscheinlich für deren mienenspiel gesorgt.

und unser praktikant bleibt keine 6 monate, es ist für ihn quasi nebenbeschäftigung damit er praxis vorweisen kann.

 

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