Tagebuch eines Abteilungsleiters

Hier verarbeite ich meine Erfahrungen aus der Arbeitswelt (Abteilung Ellenbogengesellschaft) vom ersten Tag an. All die schönen Ereignisse, Intrigen und Problemchen die so anfallen wenn man frisch und unverhofft einen Haufen Untergebene bekommt die selbst gerne Chef wären.

Dienstag, Oktober 18, 2005

Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für ITs

Der Morgen fängt gleich erst mal mit einem Meeting an. Leider keiner bei den man kritisieren kann, aber macht ja nix.
Im wesentlichen war es eine Art IST-Aufnahme der Netzwerklandschaft (recht grob) gefolgt von ein bissel Bettelei (wir brauchen unbedingt diese Software) seitens von Vorgänger Siegfried ... (Noch ein Wort zu Siegfried: dafür dass er die Firma verläßt gibt er sich riesig Mühe mir noch alles so gut wie nur möglich zu übergeben und mich über diverse Fallstricke zu informieren. Ohne ihn wäre ich dem Managermanagment meines Untergebenen - Üzgül - hilflos ausgeliefert.)
Das Meeting zieht sich hin aber ich muss zugeben dass - wieder aller Erwartung - in Meetings nicht nur Zeit verplämpert wird. Nur ein Ergebnis am Ende des Tages: Wir haben ohne Zusatzkosten unsere effektive Bandbreite verdoppelt .

Anschließend gehen Siegfried und ich die Systeme weiter durch (sind ne Menge) und Üzgül wurde von mir dazu verdonnert ein paar Dokumente zu schreiben. Macht er auch brav wenn er nicht raucht oder schäkert (wir haben eine traumhafte Männlein-Weiblein-Quota) .

Irgendwann ist die Stopfmast vorbei und ich setze mich zu Üzgül um zu gucken wie weit er ist.
Ergebnis nach 2 Stunden unbeaufsichtigter Arbeit:
  • Dok 1: 3/4 Seite
  • Dok 2: 20%
hmm ....

Nungut, Onkel Frischling setzt sich daneben und hilft. Prompt kommen ein Mädel rein und will was. Ich scheuch sie raus mit "Ist das wichtig? Kann das warten?" und das nächste Mädel mit "Er hat keine Zeit! Sagen sie kurz worum es geht.". Danach verschließe ich die Tür und es ist Ruhe.

Ich ziehe ihm die Informationen für das Dokument aus der Nase (immerhin soll er darin seine eigene Arbeit dokumentieren - Nutzer anlegen und so) aber irgendwann büxt er doch aus.

Ein paar Minuten später klingelts Telefon. Drucker druckt nicht. Und nächster. Drucker druckt nicht. hmm. Ich alleine und ohne plan. Irgendwann kommt Üzgül wieder und supported rum. Keine Zeit mehr was wichtiges zu tun, Dokument eh nicht.

Ursache ist nach einiger Zeit festgestellt: Ein Systemdienst hat sich 'von selbst' ausgeschaltet.
Praktischerweise zu dem Zeitpunkt wo Herr Üzgül außer Raum und ohne Bock war.

hmmmmmmm...........

Nun, haltet mich nicht für paranoid (haltet lieber Siegfried für paranoid) aber ich vermute das jemand einen Weg gefunden hat auf Knopfdruck Mädels (und ein paar Kerle) aus ganz Deutschland dazu zu bringen ihn anzurufen.

So, ich mach Schluss, ich muss jetzt rausfinden wie man protokollieren kann wer wann Systemdienste ein- und ausknipst.

4 Comments:

At 11:11 nachm., Anonymous Olli said...

Wer so viel dokumentiert, der hat eindeutig zu viel Zeit zum lesen ;) Reicht doch wenn man selber weiß, wie man User anlegt und ärger kann :) BOfH lässt grüßen.

 
At 12:08 vorm., Blogger Der Frischling said...

ich glaube das sieht Üzgül genau so.
Deswegen rückt der auch nicht mit seinen Erfahrungen raus.
Grrr, ich muss irgendwas finden was ich dem Aufhalsen kann wo er für eigene Scheissarbeit geradesteht UND verhindern, dass es sich dauernd rar macht.

 
At 11:12 vorm., Anonymous Olli said...

Wie wäre es mit Statistiken anfertigen über verfügbarkeit und laufzeit der Server, oder sinnlose Arbeitsschritte bei Hardware reklamationen. Wenn es geht auch noch an das QM-Handbuch halten, womit dann so mancher Mitarbeiter mal eben 2 Wochen auf eine neue Grafikkarte hätte warten müssen. Was dieser dann aber in der Zeit hätte arbeiten sollen, konnte unser Chef uns nicht veraten. Dokumentation ist ja eigentlich ne gute Sache, aber habe bis jetzt immer gemerkt, dass sie doch keiner liest :)

 
At 11:19 nachm., Blogger Der Frischling said...

leider ist Üzgül in ganz speziellen Bereichen durchaus kompetent und ich bin drauf angewiesen sein Wissen aus seiner Nase zu ziehen.

Ich denke, ich werde mit seiner Hilfe die erste - wichtige - Doku schreiben und ihm den Ruhm überlassen, sprich ihn als Autor draufsetzen.

Wenn die Anleitung dann nichts taugt, dann wars sein Fehler.

 

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