Tagebuch eines Abteilungsleiters

Hier verarbeite ich meine Erfahrungen aus der Arbeitswelt (Abteilung Ellenbogengesellschaft) vom ersten Tag an. All die schönen Ereignisse, Intrigen und Problemchen die so anfallen wenn man frisch und unverhofft einen Haufen Untergebene bekommt die selbst gerne Chef wären.

Montag, Oktober 31, 2005

Brückentage

Man merkt richtig, wie schlecht Feiertage für die Arbeitsmoral sind.
Morgen ist Allerheiligen und heute ist Allekrank.

Aber find ich gut, kaum störende Anfragen aus Fillialen oder Zentrale.
Hätte ich mir nicht selbst vor Augen gehalten wieviele Aufgaben noch zu erledigen sind (ich hab unsere Pinwände komplett mit Aufgabenzetteln zugepflastert), dann hätt ich mich fast entspannen können. Aber das schöne an diesen Aufgaben ist, dass ich die nicht morgen anfassen werde. Da wird gefaulenzt. Und gesoffen. Oder gezoggt, mal sehen.
Bin gespannt was Üzgül sagt wenn er sieht was alles an Arbeit ansteht, hehehe.

Jetzt nur noch ne Strategie überlegen wie ich externe Dienstleister um ihren wohlverdienten Lohn bringe indem ich die Preise drücke und mein Chef ist happy, der Tag geritzt und ich habe ein schlechtes Gewissen. Aber ich habe den klugen Rat bekommen, immer zu glauben das die anderen Händler mich verarschen wollen. Nun ja, bei einigen Händlern bin ich ziemlich sicher, dass das so ist, aber irgendwie stört mich die Vorstellung, das es ganze Berufszweige gibt, die ihr Geld mit lügen verdienen.

Entschuldigung an alle ehrlichen Händler. Wenn du das liest, schreib mir mal. :D

Frohe Allerheiligen!

Sonntag, Oktober 30, 2005

Admins mit Freizeit

Das tat gut.
Am Wochenende nur gefaulenzt, gegessen, gesoffen und gezockt.

Civilization 4 ist raus und ich hab kaum Zeit ... aber egal, dann halt nur am Wochenende. Oder ich mache einfach 3-4 Stunden eher schluss als sonst, hehehehe.

Und heute habe ich auch meinen Doppelgänger aus dem Star-Trek Spiegeluniversum gefunden, bzw. dessen Taten: Systemarchitektur mal anders

Bis Morgen!

Freitag, Oktober 28, 2005

Phrasendrescher vs. Expertenpower

Etwas, was ich vorher noch nie in meinem Leben gemacht habe - Firmengespräche (oder wie man das auch nennt) durfte ich in letzter Zeit ziemlich oft führen.
Meist ohne Vorbereitung, da mir nur sehr kurzfristig anvertraut wird, das ich als technischer Berater in einem Meeting mit Firma sowieso dabeisitzen werde.

Das Meeting läuft fast immer nach demselben Schema ab: Herr Schlips begrüßt die Gäste und leitet ohne Atem zu holen zu einer oberflächlichen Situationsbeschreibung über, vermischt mit Schmeicheleien und allerlei Phrasen die den Ernst der Lage aber auch die große Opportunity betonen.
Das geht meist solange weiter bis die Gäste glasige Augen haben.

Heute lief es anders.

Die Firma, die ich zum Gespräch geladen hatte, nahm als Hauptwaffe einen Techniker mit, der nicht nur den Eindruck erweckte, jedes Wort des Phrasenmarathons unseres Herrn Schlips' zu verstehen, nein, er fand auch noch die Lücken in denen er selber zu Wort kommen konnte. Er schnappte sich jedes Stück Halbwissen, stopfte die Lücken und laberte unseren Schlips an die Wand.
Unser Mann schaffte zwar gelegentlich noch ein paar Comebacks, aber man merkte, sein Herz war nicht mehr bei der Sache.

Was für ein Unterschied zu den anderen beiden Firmen, die zu dem gleichen Thema eingeladen wurden.
Firma 1: CDU-Wähler. Erzkonservativ und etabliert. Im Gespräch drehte es sich hauptsächlich um deren Erfahrung und Kontakte und Referenzen. Ok, damals wussten wir auch nicht, was wir fragen sollten, aber ich vermute stark, die wissen was sie tun.
Firma 2: Etwas jünger und null Erfahrung mit Schlips. Schlips betrat den Raum, macht den Mund auf, und nach gerade mal 30 Minuten sind die schon im halb hypnotisiert und nicken bei Fragen nur noch gebannt. Beim Thema Technik wachen sie wieder auf und wollen uns nach kurzer Betrachtung unseres Systems sofort viel und teure Hardware verkaufen.
Firma 3: Hören zu und geben viele und wertvolle Tipps. Der Experte - Koryphus - dominiert das Gespräch und wir können uns gerade noch davor zurückhalten uns vor Ehrfurcht zu verbeugen.
Achja, die empfehlen von sich aus eine günstige Lösung und haben sich damit schon qualifiziert.

Dann will ich mal hoffen dass die mir auch die Arbeit abnehmen, die ich nicht delegieren oder erledigen kann.

Falls ich das Geld für deren Dienste bekomme....... hoffentlich schaff ich das, denn Geld rauszurücken verstößt wahrscheinlich gegen die Religion der Finanzabteilung.

Egal und gute Nacht.

Und morgen bekomme ich zum erstenmal: WOCHENENDE !!

Donnerstag, Oktober 27, 2005

Vitamin B

In der freien Marktwirtschaft begegnen sich Kunden und Anbieter in einem fairen, transparenten Wettbewerb, wo das bessere Angebot den Zuschlag bekommt. Dadurch werden Firmen motiviert ihr Angebot kontinuierlich zu verbessern und somit den gesamten Markt zu optimieren.

Und wer das glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann, die Zahnfee und die Schlümpfe.
Nix. Beziehungen sind alles. Angebote holen, vergleichen, feilschen, lügen, bescheisse, klar. Am Ende bekommt derjenige den Auftrag für den man sich vorher entschieden hat. Oder derjenige der die besten Nebenleistungen bietet. So geschehen bei meinen diversen Vorgängern, die Bekannten den einen Auftrag zugeschustert haben weil die sich aus der Uni kennen oder Hardware da einkaufen wo man direkt am Gewinn beteiligt ist.

Würd ich natürlich nie tun. Ich gäbe meinen Freunden nur dann den Zuschlag wenn deren Angebot auch wirklich der Firma nützt. Ehrenwort!

Heute habe ich einmal mehr erfahren, was viel wichtiger in der IT ist als CPU's, RAM, Compiler und Betriebsysteme: Telefone !
Ich war den halben Tag damit beschäftigt zwischen mehreren anderen Firmen hin-und-her zu telefonieren damit eine Aufgabe bewältigt werden kann, die normalerweise durch ein paar Klicks abgefertigt wird! Mit der Warteschleifenmusik könnte ich nen iPod füllen.

Ansonsten heute wieder viel zu lange auf der Arbeit gewesen, aber habt keine Angst das ich mich kaputtarbeite: Nach 8 Stunden Arbeit ists in der Firma recht ruhig und man kann endlich in aller Ruhe arbeiten oder lernen.

Achja, ich brauche einen Laptop, am besten einen Tablet-PC, wo ich die ganzen geknackten Windows Programme laufen lassen kann. Und mit arbeiten kann.
Greife gute Empfehlungen gerna auf ... hab leider keine Zeit selbst nachzuforschen.

So, und als Gute-Nacht-Gruß noch ein politisches Statement hinter diesem Link: Finde die Fälschung

Mittwoch, Oktober 26, 2005

Hotlines

kennt ihr die Situation: Ihr habt ein Problem mit einem frisch gekauften Produkt und wisst nicht weiter ? Selbst RTFM bringt nix und die Kumpels ebensowenig ? Der einzige Ausweg:

Die Hotline

Das Klischee: Gestresster Student oder Schüler sitzt mit großem FAQ vor dem Telefon und versucht damit Fragen zu einem ihm nahezu unbekannten Thema zu beantworten. Genausogut könnte man von einem Psychologen verlangen Psychoanalysen anhand eines Telefonbuches zu erstellen.

Nun, sowas gibts sicher auch. Aber manche Hotlines haben tatsächlich erfahrene Techniker im Support. Und das tolle ist: Man kann den Leuten Löcher in den Bauch fragen bis man auch als absoluter Laie Sachen zum laufen bekommt, wo Chefs und Mitarbeiter sich mit Handschuhen nicht dranwagen würden.
Hoffentlich wird das Bildtelefon niemals in Mode kommen ... sonst sieht man an der Mimik des Hotliners das der einen für nen Idioten hält und man traut sich nicht mehr, weiterzufragen.

Tipps für Chefs von Abteilungsleitern, die ihre Abteilungsleiter einschätzen wollen: Auf die Telefonrechnung gucken.

Normalerweise bin ich eher maulfaul, aber heute habe ich mir den Mund fusselig gehotlined. Und einen Milestone erreicht und viel gelernt.

Einen schönen Dank an alle kompetenten Hotliner!

So, jetzt aber gute Nacht. Müde. Schon wieder 13 Stunden. Hab die 35-Stundenwoche nach 3 Tagen verbraten. Gähn....

PS: Die Bilder auf folgender Seite muss ich mal in Plakatgröße ausdrucken. Kopfschmerzen für alle!
http://www.ritsumei.ac.jp/~akitaoka/index-e.html

Dienstag, Oktober 25, 2005

Mach den Bock zum Gärtner ...

Mein neuer Mitarbeiter ist klasse! Root macht die Sysadmin-Rolle tatsächlich Spaß! Ausserdem fiel ihm sofort auf wie lang mancher Leute Zigarettenpause ist ...
Und er greift bereitwillig meine Vermutung auf, dass irgendwer in unserem Netz Unfug treibt.
Wir diskutieren über Seltsamkeiten, Maßnahmen, Log-Analyse, Fehlerstatistiken und binden Üzgül tief in unsere Strategiesession ein. Ich bin nicht vollends davon überzeugt dass wirklich er die ganzen Probleme verursacht ... aber falls doch dann hat er heute braune Unterhosen.

Heute bin ich tatsächlich zum arbeiten gekommen, konnte ein paar Probleme klären, first-level-support machen (grrr), mir mehr Überblick verschaffen und ein Projekt (bei dem die zuckersüße Frau Barbie involviert ist) ein großes Stück voranbringen.... irgendwann schaffe ich das auch innerhalb der regulären Arbeitszeit. Hab heute meinen persönlichen Rekord von 13 Stunden Arbeit + 1 Stunde Fahrt geschafft. Ächz.

So nebenbei, ich bin einer von den Leuten die gerne Musik beim einschlafen hören.
Heute höre ich dieses Lied und werde dabei an Barbie denken.

Sweet Dreams...

Montag, Oktober 24, 2005

Verstärkung

Das Wochenende war richtig entspannend. Bin beim arbeiten vor dem PC zuhause eingeschlafen und keiner hat mich geweckt ... tat richtig gut.

Aber heute gings frisch ausgeruht wieder zur Arbeit wo ich meinen neuen Mitarbeiter - Mr. Root - das erste mal kennenlernte.
Ich als alter Veteran führte ihn erstmal rum und erklärte ihm den Laden und gab mich dabei souverän und erfahren, während ich die ganze Zeit überlegte was ich ihm erzählen kann ohne den Eindruck zu erwecken das ich die Hälfte wieder vergessen habe.

Skrupelos schiebe ich meine Wissenslücken auf die mangelhafte Dokumentation seitens aller meiner Vorgänger. Anschließend halse ich ihm die Systemadministration auf damit ich einen Schutzpuffer zwischen mir und Üzgül habe.

Der Schlachtplan:


Szenario:
  • Üzgül will meinen Platz und muss mich schlecht dastehen lassen
  • Üzgül generiert Support-Anfragen vor denen ich häufig in der Anfangsphase scheitern werde
  • Folge: Frischling ist mies im Support, treibt Siegfrieds Projekte nicht voran, arbeitet sich kaum ins System ein --> Frischling wird gefeuert
Gegenmaßnahme:
  • Root wird Sysadmin und bekommt auf meine Anweisung von Üzgül Unterweisung in Support
  • Üzgül generiert Support und Root behebt die Probleme oder auch nicht
  • In beiden Fällen hab ich nix damit zu tun, da entweder Root alles meistert oder weil Üzgül Root nicht ausreichend unterwiesen hat.
  • Frischling kann arbeiten und Üzgül sieht ein das Sabotage nichts mehr bringt --> Das System läuft stabiler ohne das ich einen Fingerschlag arbeiten muss und bekomme das Lob dafür
Wenn das klappt dann werd ich Politiker!

So, und mein Blog des Tages : Shopblogger
Schleck, da werden Erinnerungen wach ...

Sonntag, Oktober 23, 2005

40-Stundenwoche ist für Schlaffis !

Yeah, die Woche ist vorbei !
Endlich mal ein Tag ohne Arbeit !!
Dann kann ich endlich in aller Ruhe meine Unterlagen durchgehen und mich für den Montag vorbereiten !!!

Aber heute war eigentlich ganz erholsam (Heute ist noch Samstag 1:30 für mich), um 10 Uhr zum Arbeitsplatz und schon um 19 Uhr vorbei. Und wir wurden nicht dauernd von lästigen DAUs gestört.

Ich hab gerade Excel angeschmissen und herausgefunden dass ich eine 63-Stundenwoche habe. Komisch, verdiene jetzt weniger als vorher vom Stundenlohn betrachtet.... und vorher warens grad mal 12€.

Gute Nacht!

PS: Hab mir sagen lassen das es zum guten Ton gehört auf andere Blogs zu verweisen. Hier ein blog bei dem ich mich Abends "entspannen" kann:
http://hentaiencyclopedia.blogspot.com/ Eigentlich ist das nicht wirklich ein Blog; der Schlumpf benutzt den Blog lediglich als Ersatz für eine News-Seite, aber hey, ich lese ihn trotzdem :D

Freitag, Oktober 21, 2005

Die Woche ist fast rum ...

Heute wieder Meeting. Fast 2 Stunden lang in denen ich keinen first-level support leisten kann.
Macht aber nix, denn Üzgül ist mit bei und kann keine first-level Probleme generieren.
In diesem Meeting war ich technischer Berater für ein Kundengespräch mit uns als Kunde.
Was uns angeboten wurde war quasi Schlaraffenland, denn die Firma würde den Update von mehreren Softwarepaketen übernehmen von denen ich keine Ahnung habe. Betreffende Software ist auch Teil eines Projektes, insofern bin ich seeeeeehr stark daran interessiert das wir Kunde werden.
Anschließend noch ein Meeting, man hat anscheinend nix anderes zu tun.

Heute gabs kein Mittagessen. Keine Zeit. Aber halb so wild, bin eh zu fett.

Später am Tage zerrt Siegfried mich an ein Telefon, drückt mir den Hörer in die Hand und verlangt das ich Preisverhandlungen übernehme. Äh. Preise über was ? Und was für Preise sind normal ? Kreisch, Panik!

Die Grundprinzipien des Verhandelns:
Der Verkäufer ist ein Lügner. Also bescheißt man selber (wir haben ein anderes Angebot) bis der Gegner mit dem Preis runtergeht. Und zwar soweit wie der Verkäufer einen glauben läßt man habe tatsächlich was erreicht. Am Ende wurde man wahrscheinlich sowieso gearscht.

Heute wieder zuviele Überstunden gemacht und zu dem Entschluss gekommen, die Aufgaben lassen sich unmöglich alle bewältigen.
Aber sie lassen sich vieleicht managen. Da ich ja bald Verstärkung bekomme (Ein Absolvent und Padwan) besteht vieleicht die Möglichkeit die Netzwerkadministration einem anderen zu Überlassen. Um Üzgül ruhigzustellen hab ich ihm den Praktikanten versprochen zur Unterstützung bei Installation von neuen Rechnern. Ich würde für den Haufen neu-PCs vieleicht 2 Stunden brauchen. Er will einen Tag. Er kam vor lauter Zigarettenrauchen schon seit einer Woche nicht dazu.

Wenn der Kram erledigt ist muss ich eine gescheite Aufgabe für Padwan finden. Vieleicht Überwachung von Netzwerk und Üzgül ...

Gähn, müde.
Morgen gehts Weiter, Wochenende gibts nicht. N8

Donnerstag, Oktober 20, 2005

Bewerbungsgespräche

Mein Bewerbungsgespräch dem ich meine neue Stelle verdanke war vor etwa einer Woche. Heute hatte ich schon wieder eins.
Bloß saß ich diesmal auf der anderen Seite ...

Ehrlich gesagt, ich glaube manchmal ich bin in der Twilight Zone gelandet.
"Herr Frischling, bringen Sie doch bitte Herrn Padwan nach oben" und prompt saß ich drin und sollte entscheiden, ob er als Praktikant für die EDV geeignet ist.

Definition Praktikant: Eine unbezahlte, hochqualifizierte Arbeitskraft ohne Berufserfahrung die von Arbeitgebern ausgebeutet werden und ihnen auch noch das Gefühl geben dankbar sein zu müssen.

Die meisten von euch wissen wohl wie ein Bewerbungsgespräch abläuft, aber die wenigsten wissen wie es vorher abläuft:
Frischling: "Hallo. Der Praktikant ist da."
Herr Schlips (sub-chef): "Praktikant ? Will kein Geld ? Stellen wir ein !"
und das wars.

Im Gespräch tut Schlips als ob er nicht ganz unseren Vorstellungen entspricht, während Ich ihm das Gefühl gebe, dass er genau passt. Hoffentlich kriegen wir ihn. Morgen sag ich ok sobald ich herausgefunden habe wie ...
Nur so nebenbei: Ich hab selbst ein langes Praktikum gemacht und es ist wirklich nützlich. Man kann sich quasi die Firma aussuchen und dort alles mögliche an nützlichen Erfahrungen abstauben. Nur die Bezahlung ist nicht existent.

Und ansonsten bekomme ich nächste Woche einen neuen Mitarbeiter (fest) der älter, erfahrener und wahrscheinlich qualifizierter ist als ich. Ich wurd richtig neidisch als ich seine Bewerbungsunterlagen gesehen habe. Hoffentlich sieht er das nicht genau so ...

Außerdem habe ich heute erfahren dass man durchaus 14 Stunden arbeiten kann ohne das einem der Kopf platzt, egal wie sehr er schmerzt.

Mittwoch, Oktober 19, 2005

Flexible Arbeitszeiten

Also, die gute Nachricht: Flexible Arbeitszeiten. Ich kann solange bleiben wie ich will. Es besteht also keine Gefahr, dass ich unerledigte Arbeit verschieben muss.

Ich glaube ich kann mir sparen zu sagen was die schlechte Nachricht ist.

Die Situation mit Siegfried, meinem Vorgänger verschärft sich, da er doch etwas eher verschwindet und die Zeit knapp wird in der er mir alles hinschmeissen kann.
Hinzu kam heute noch, das ein das Softwaremodul für Kostenrechnung (in Datev) heute Zicken machte und Siegfried für 2 Stunden wegzog.
Blieb mir also nichts anderes über als mit Üzgül Doku zu machen und man spürts richtig: Der will nicht.
Natürlich kam das obligatorische Mädel mit Druckerproblemen zu uns, aber diesmal kam ich mit, nur um zu lernen wie souverän Üzgül sowas löst. Aus irgendeinem Grund ging das sauschnell als ich ihm über die Schulter geschaut habe. Aus der üblichen halben Stunde wurden 5 Minuten. Muss meine Aura sein.

Achja, Laptops sind der allerletzte Dreck !
Es ist fast unmöglich mit diesen bekloppten Platzspartastaturen vernünftig zu Arbeiten, insbesonders wenn man dank seltsame Tastensonderfunktionen keine Screenshots innerhalb von Terminal Sessions machen kann (immernoch Doku) ohne die Aufklappmenüs sauber einzuklappen.
Und das Ding wird heiß! Der Prozessor liegt anscheinend unter dem linken Handballen, da wo sich das Plastikgehäuse vor Hitze schon fast verzieht. Neeeeee, ich versteh den ganzen Laptop-Hype nicht mehr.

überlege mir grade ob ich mir nen tablet-PC anschaffe ....

Ach ja, unser Boss - Cheffe - hat eine unserer Schreibkräfte (leider schreibt die nix für mich) zur Sau gemacht weil er mit ihrer Performanz nicht zufrieden ist. Hat aber beruhigenderweise mindestens 20-mal betont, dass wegen sowas keiner arbeitslos wird ..... ich würd mir an ihrer Stelle schon mal nen neuen Arbeitgeber suchen. ;)
Schade eigentlich; Blondie macht einen netten Eindruck, vor allem wenn Sie in der IT Trost sucht.

So, ich mach Schluss. Bis 9 Uhr Abends gearbeitet.
n8

Dienstag, Oktober 18, 2005

Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für ITs

Der Morgen fängt gleich erst mal mit einem Meeting an. Leider keiner bei den man kritisieren kann, aber macht ja nix.
Im wesentlichen war es eine Art IST-Aufnahme der Netzwerklandschaft (recht grob) gefolgt von ein bissel Bettelei (wir brauchen unbedingt diese Software) seitens von Vorgänger Siegfried ... (Noch ein Wort zu Siegfried: dafür dass er die Firma verläßt gibt er sich riesig Mühe mir noch alles so gut wie nur möglich zu übergeben und mich über diverse Fallstricke zu informieren. Ohne ihn wäre ich dem Managermanagment meines Untergebenen - Üzgül - hilflos ausgeliefert.)
Das Meeting zieht sich hin aber ich muss zugeben dass - wieder aller Erwartung - in Meetings nicht nur Zeit verplämpert wird. Nur ein Ergebnis am Ende des Tages: Wir haben ohne Zusatzkosten unsere effektive Bandbreite verdoppelt .

Anschließend gehen Siegfried und ich die Systeme weiter durch (sind ne Menge) und Üzgül wurde von mir dazu verdonnert ein paar Dokumente zu schreiben. Macht er auch brav wenn er nicht raucht oder schäkert (wir haben eine traumhafte Männlein-Weiblein-Quota) .

Irgendwann ist die Stopfmast vorbei und ich setze mich zu Üzgül um zu gucken wie weit er ist.
Ergebnis nach 2 Stunden unbeaufsichtigter Arbeit:
  • Dok 1: 3/4 Seite
  • Dok 2: 20%
hmm ....

Nungut, Onkel Frischling setzt sich daneben und hilft. Prompt kommen ein Mädel rein und will was. Ich scheuch sie raus mit "Ist das wichtig? Kann das warten?" und das nächste Mädel mit "Er hat keine Zeit! Sagen sie kurz worum es geht.". Danach verschließe ich die Tür und es ist Ruhe.

Ich ziehe ihm die Informationen für das Dokument aus der Nase (immerhin soll er darin seine eigene Arbeit dokumentieren - Nutzer anlegen und so) aber irgendwann büxt er doch aus.

Ein paar Minuten später klingelts Telefon. Drucker druckt nicht. Und nächster. Drucker druckt nicht. hmm. Ich alleine und ohne plan. Irgendwann kommt Üzgül wieder und supported rum. Keine Zeit mehr was wichtiges zu tun, Dokument eh nicht.

Ursache ist nach einiger Zeit festgestellt: Ein Systemdienst hat sich 'von selbst' ausgeschaltet.
Praktischerweise zu dem Zeitpunkt wo Herr Üzgül außer Raum und ohne Bock war.

hmmmmmmm...........

Nun, haltet mich nicht für paranoid (haltet lieber Siegfried für paranoid) aber ich vermute das jemand einen Weg gefunden hat auf Knopfdruck Mädels (und ein paar Kerle) aus ganz Deutschland dazu zu bringen ihn anzurufen.

So, ich mach Schluss, ich muss jetzt rausfinden wie man protokollieren kann wer wann Systemdienste ein- und ausknipst.

Montag, Oktober 17, 2005

Der erste Tag

Also wie wars?

Nun, gleich zu Anfang gab es erst einmal ein Meeting .
Eine Firma lieferte ihre Arbeit ab, einen Internetauftritt fuer unsere Firma.
Das war schön, denn kritisieren ist immer einfacher als schaffen. Also tue ich wichtig und kompetent indem ich seine Internetseite nach Fehlern abgrase und ergonomische Mängel anmerke. Das ist kein Problem, denn perfekte Seiten gibt es nicht. Und tatsächlich, ich entdecke fehlerhafte Links, Textrelikte, ungeschickte Platzierungen, Farbunstimmigkeiten, typische browser-spezifische Kleinigkeiten und so weiter.
Und da der Chef (keine Ahnung von Informatik) mit dabei ist, fachsimpel ich mit unserem Beauftragtem und verleite ihn zu unverständlichen Erklärungen, die ich anschließend gnädig und weltmännisch übersetze... jaha, der Informatiker hat Ahnung.
Achja, die Webseite war übrigens klasse.

Ich verlasse die Sitzung als es nur noch um designerische Details geht und lasse mich von meinem Vorgänger - nennen wir ihn Siegfried - in die tieferen Mysterien der IT-Abteilung einweihen. Mein Kopf ist noch ganz wirr, hoffentlich krieg ich das auf die Reihe.

Zumindest habe ich heute erfahren, dass der IT-Abteilungsleiter nicht nur herumsitzt und mit Servern spielt - neeeein, er muss auch
  1. DAUs betreuen (der Drucker druckt nicht)
  2. Einkaufen und Bestellen und dafür kämpfen, dass er auch das Geld dafür bekommt (brauchen wir wirklich so viele Backups?)
  3. Grenzdebile Dokumentationen erstellen. (Ok, manche Sachen sind nicht ganz trivial, aber Windows-Installationen bedürfen wirklich nicht der Erklärung wenn man einen ORIGINAL Produkt-Key hat, oder ? ^^ )
  4. Müll wegräumen. Jupp, ein paar Räume sehen aus wie Müllkippen. Und da man Einsatz vorgaukeln will macht man gerne Überstunden und räumt auf was daheim gnädig akzeptiert wird.
Danach kümmern wir uns um das Anlegen meines Accounts. Haben wir aus irgendeinem Grund nicht fertigbekommen ... mein Untergebener - der das mit mir durchexerzieren sollte - rennt dauernd raus weil er zu irgendwas gerufen wird, oder weil jemand reinkommt mit Zettel in der Hand und was wissen will oder weil die Zigarettenpause winkt. Ok, wird ein bissel mehr angelegt als normal, aber irgendwie ... naja, vieleicht bin ich nur misstrauisch oder er ist tatsächlich faul.

Mal sehen, ich bin auf jedenfall vorgewarnt.

Samstag, Oktober 15, 2005

Tag 0

Willkommen, Blogfreunde!


Schön das Ihr hier seid, ich hoffe wir werden viel Spaß haben. ^_^

Doch nur um etwas klarzustellen: Ich lege aus - wie ich denke verständlichen Gründen - Wert darauf, dass ich anonym bleibe. :)
Das heißt, ich werde weder Namen meiner Mitarbeiter noch der Firma in der ich arbeite nennen.

Konkret: Alle Kommentare in denen über meine Identität oder meinem Arbeitgeber spekuliert wird werden sofort gelöscht! (Spam natürlich auch)

Warum ?

Nun, nach allem was ich vorab mitbekommen habe existiert in meiner Berufsumgebung ein gut funktionierendes Klatschnet, eine intrigante Koalition mit dem Ziel, deren Favoriten auf meinen Platz zu hieven und ein Miniüberwachungsstaat (per Computer und Telefonabhöranlage) ohne Wissen des Chefs!
Und solange ich Freunde und Feinde nicht identifizieren kann werde ich etwas vorsichtiger sein (ich hasse es wirklich über Mitarbeiter so denken zu müssen!! Aber ich wurde vorgewarnt und muss wohl meine kumpelhafte Naivität überwinden) .
Achja, meine Position: Abteilungsleiter der IT einer Firma mit mehreren hundert Mitarbeitern und dutzenden Fillialen in ganz Deutschland. Ich hoffe das ist unpräzise genug. :)

Und ich selbst ? Nun ja, ich bin studierter Diplom-Informatiker der sich mit seinem Studium Zeit gelassen hat und jetzt seine erste Anstellung mit Personalverantwortung bekommt.

Wünscht mir Glück ! :)